Rasche Zunahme und wachsende Therapieresistenz
In England ist die Zahl der als sexuell übertragbar eingestuften Shigellen-Infektionen in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Für das Jahr 2025 werden 2.560 Fälle genannt, nach 2.318 im Jahr 2024 und 2.052 im Jahr 2023. Mehr als 54 % dieser Erkrankungen traten in London auf. Parallel dazu zeigen Labor- und Genomanalysen, dass sich Resistenzen gegen wichtige Antibiotika besonders bei den sexuell übertragbaren Stämmen rasch ausgebreitet haben.
„Bedrohung für die öffentliche Gesundheit“
Was die Analysen ergaben
Eine Auswertung von Proben, die zwischen 2016 und 2021 gesammelt wurden, legt nahe, dass sich die sexuell übertragbaren Shigellen-Stämme schneller ausbreiten und häufiger Resistenzen entwickeln als andere Übertragungsformen. Am Ende des untersuchten Zeitraums waren über 70 % der mit sexueller Übertragung assoziierten Stämme gegen mindestens ein klinisch relevantes Antibiotikum resistent, im Vergleich zu rund 40 % der nicht sexuell übertragenen Stämme.
Übertragungsweg, Symptome, Risikogruppen
Shigellose wird klassisch durch fäkal-oralen Kontakt übertragen. In England zeigen Beobachtungen jedoch, dass zunehmend Fälle durch sexuellen Kontakt übertragen werden, vor allem innerhalb bestimmter sexueller Netzwerke. Ungewollt ist vielen Menschen dieser Übertragungsweg nicht bekannt, was die Verbreitung begünstigen kann. Als typische Symptome werden Durchfall, Magenkrämpfe, Bauchschmerzen und Fieber beschrieben.
- Wichtige Daten: 2.560 Fälle 2025; Anstieg seit 2023.
- Räumliche Konzentration: über 54 % der Fälle in London.
- Resistenzen: >70 % der sexuell übertragbaren Stämme resistent gegen mindestens ein relevantes Antibiotikum.
Folgen für die Praxis und öffentliche Gesundheit
Die Kombination aus zunehmender Fallzahl in bestimmten Gruppen und hoher Rate an Antibiotikaresistenzen birgt mehrere Risiken: schwieriger behandelbare Infektionen, verstärkte Ausbruchsgefahr in engen Netzwerken und eine mögliche Fehlinformation der Betroffenen über Übertragungswege. Gesundheitsbehörden stufen die Entwicklung als relevante Bedrohung ein, weil resistente Erreger Therapieoptionen einschränken und Kontrollmaßnahmen erschweren können.
Daten im Überblick
| Jahr | gemeldete Fälle |
|---|---|
| 2023 | 2.052 |
| 2024 | 2.318 |
| 2025 | 2.560 |
Für Österreich bedeuten die Ergebnisse: Aufmerksamkeit in Surveillance-Systemen, gezielte Aufklärung über Übertragungswege, und die Vorbereitung von Laborkapazitäten zur schnellen Typisierung und Resistenzbestimmung. International koordiniertes Monitoring bleibt entscheidend, um Ausbreitungspfade zu erkennen und Therapieempfehlungen anzupassen.