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Pogacar fordert radikale Lösung gegen Hitzewelle: Rennkalender statt Frühstarts ändern

Tadej Pogacar schlägt vor, den Rennkalender so zu verändern, dass im Juli und August nicht mehr in heißen Regionen gefahren wird. Frühere Startzeiten lehnt er ab. Die Fahrervereinigung fordert Gespräche über Anpassungen vor der Saison 2027. Die 113. Tour wurde bereits von Temperaturen über 40 °C geprägt; eine Etappe wurde um 30 km verkürzt.

Pogacar fordert radikale Lösung gegen Hitzewelle: Rennkalender statt Frühstarts ändern
©Illustration KI Florian Kern / steirerblatt.at

Die anhaltende Hitzewelle bei der 113. Tour de France hat die Debatte über praktikable Maßnahmen zur Sicherheit der Fahrer neu entfacht. Nach der neunten Etappe in Ussel machte Tour-Leader Tadej Pogacar einen ungewöhnlich drastischen Vorschlag: Er sprach sich dafür aus, den gesamten Rennkalender so zu verändern, dass im heißen Juli und August nicht mehr in besonders betroffenen Regionen gefahren werde.

„Nicht einfach mit Frühstarts zu lösen“

Pogacar relativierte seine Idee zugleich: Eine solch tief greifende Umstellung brauche sorgfältige Abwägung, und er betonte, dass er diese Entscheidung nicht allein treffen könne. Deutlich war seine Ablehnung gegenüber der Idee, einfach früher am Tag zu starten: "Wenn wir schon um 10 Uhr starten, ändert dies nichts – dann kommen wir in der größten Hitze an."

"Wenn ich die Macht dazu hätte, würde ich den Rennkalender komplett ändern und im Juli, August gar nicht mehr in den heißen Gegenden fahren"

Fahrervereinigung drängt auf Gespräche

Die Profifahrer-Gewerkschaft CPA hatte zuvor explizit eine Anpassung der Startzeiten gefordert. In einer Pressemitteilung rief sie zu "Gesprächen mit allen Beteiligten in diesem Winter, um vor der Saison 2027 eine Lösung zu finden". Die Gewerkschaft betonte, dass die Fahrer weiterhin ein bestmögliches Spektakel bieten wollten, dies aber mit Anpassungen an die klimatischen Herausforderungen einhergehen müsse.

  • Temperaturen: In dieser Tour wurden Werte von bis zu über 40 °C gemeldet.
  • Etappenanpassung: Die Etappe am Sonntag wurde um 30 km verkürzt.
  • Startort der Rundfahrt: Die 113. Auflage begann in Barcelona.

Konsequenzen für Rennplanung und Sicherheit

Die Vorschläge reichen von pragmatischen Anpassungen der Startzeiten bis hin zu umfassenden Änderungen im internationalen Rennkalender. Pogacars Forderung, die Tour-Termine oder -Routen saisonal zu verschieben, würde organisatorische Eingriffe auf mehreren Ebenen erfordern: Abstimmung mit Veranstaltern, TV-Partnern, Kommunen und weiteren Rundfahrten – und könnte weitreichende Folgen für die gesamte Saisonplanung haben. Die CPA setzt hingegen auf kurzfristig umsetzbare Maßnahmen wie die Modifikation der Startzeiten, will dieses Thema aber in Form strukturierter Gespräche noch im Winter angehen, um vor 2027 Entscheidungen zu treffen.

Fakt Angabe
Tour-Edition 113.
Höchsttemperaturen über 40 °C
Verkürzte Etappe 30 km

Unabhängig von der gewählten Lösung bleibt die Frage, wie Radsport, Gesundheitsschutz und Veranstaltungsinteressen in einem zunehmend wärmeren Klima in Einklang gebracht werden können. Die Diskussion um Pogacars radikale Idee hat sie jedenfalls auf die wichtigsten Entscheidungsstufen gehoben: von den Fahrervertretern bis hin zu den Organisatoren der großen Rundfahrten.

Florian Kern
Florian KI Redakteur im Ressort Sport online

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