Ein Comeback mit gebrochener Gelassenheit
Alfons Haider, Schauspieler und Intendant, hat in Stockerau vor Jahren mit der Figur der Zaza Aufsehen erregt; nun kehrt er nach 18 Jahren nach Mörbisch zurück, um die Rolle erneut zu übernehmen. Das Comeback ist kein müheloser Triumphzug: Haider beschreibt die Rückkehr in spitzen Schuhen als körperlich anspruchsvoller denn je – ein Hinweis darauf, dass selbst routinierte Künstlerinnen und Künstler den Status der Jahre nicht ignorieren können.
Vorbereitung und Verteilung der Rollen
Die Arbeit an der Figur hat Haider nicht dem Zufall überlassen. Er hat sich erneut vorbereitet, unter anderem mit einem Gesangscoach, und seine Darstellung bewusst neu erarbeitet, anstatt sich auf frühere Erfolge zu verlassen. Die Produktion teilt die Partie: Drew Sarich, rund 20 Jahre jünger als Haider, ergänzt ihn in der Doppelbesetzung und bringt ein anderes Temperament auf die Bühne. Haider beschreibt sich als die eher gediegene, mütterlichere Interpretation, Sarich als das leidenschaftliche Pendant.
- Comeback: Rückkehr nach 18 Jahren
- Vorbereitung: Gesangscoaching und intensives Üben
- Bühnenaufwand: Übung in 7 cm-High Heels und Bewältigung von insgesamt 1002 Stiegenmetern
- Zukunft: Haider kündigt an, künftig nicht mehr als Schauspieler in Mörbisch auftreten zu wollen
Körperliche Wahrheit und künstlerische Haltung
Haider reflektiert offen über Alter und Rolle: Die physische Beanspruchung sei spürbar gewachsen, und er nehme die Partie heute mit anderer Selbstverständlichkeit an als damals. Gleichzeitig ist ihm bewusst, dass solche großen Rollen künftig seltener auf seinem Weg liegen werden – ein Umstand, der nicht nur persönliche Weichen stellt, sondern auch Einfluss auf das Programmprofil jener Häuser haben kann, in denen etablierte Künstlerinnen und Künstler bedeutende Partien abgeben.
"Ja, nie wieder!"
Publikumsresonanz und Programmdeutung
Die Entscheidung, eine prägende Rolle erneut zu spielen und sich die Vorstellungen mit einem jüngeren Kollegen zu teilen, spricht für eine Balance zwischen Traditionspflege und Erneuerung. Die erste Bilanz scheint positiv: Nach Angaben der Produktion haben bereits zahlreiche Besucherinnen und Besucher das Angebot angenommen. Für die Spielpläne der nächsten Jahre bleibt zu beobachten, wie Häuser mit dem Abschied erfahrener Köpfe umgehen und welche neuen Gesichter die Lücken füllen.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Jahre seit Erstauftritt | 18 |
| Absatz der High Heels beim Üben | 7 cm |
| Stiegenmeter auf der Bühne | 1002 |
| Altersdifferenz zu Co-Darsteller | etwa 20 Jahre |
Dieses Comeback ist mehr als ein persönlicher Glücksfall: Es steht exemplarisch für die Herausforderungen, vor denen Bühnen stehen, wenn sie zwischen bewährter Besetzung und Erneuerung navigieren. Haiders Erklärung, künftig nicht mehr als Schauspieler in Mörbisch auftreten zu wollen, markiert für das Festival eine Zäsur – zugleich bietet die Doppelbesetzung eine elegante Lösung, die Erfahrung und Frische verbindet.