In sozialen Medien und in Teilen der Prominentenwelt kursiert die Idee, dass selteneres Duschen der Haut nütze und zugleich Ressourcen spare. Der sogenannte Trend „Non‑Bathing“ oder „Cleansing Reduction“ wurde in den letzten Jahren, insbesondere seit 2021, mehrfach thematisiert und findet Anhängerinnen und Anhänger unter bekannten Schauspielerinnen und Schauspielern. Zugleich werfen Experten und Verbraucherschützer Fragen zur Hautgesundheit und zu hygienischen Konsequenzen auf.
Herkunft und Prominente
Mediale Berichte verweisen auf mehrere Hollywood‑Namen, die öffentlich erklärten, nicht täglich zu baden oder zu duschen. Namen, die in diesem Zusammenhang auftauchen, sind unter anderem Kristen Bell, Brad Pitt, Jake Gyllenhaal, Jennifer Aniston, Julia Roberts und Charlize Theron. Ebenso ist aus einem Podcast zitiert worden:
„Ich wasche meinen Körper nicht jeden Tag.“
Solche Aussagen liefern dem Trend Aufmerksamkeit; gleichzeitig zeigen sie, dass die Praxis von Person zu Person sehr unterschiedlich gelebt wird — etwa mit partiellem Reinigen nur von Achseln, Intimbereich, Füßen und Brustbereich.
Was Studien und Fachleute sagen
Aus dermatologischer Sicht kann übermäßiges Waschen und häufiges Auftragen aggressiver Pflegeprodukte die natürliche Schutzschicht der Haut angreifen. Eine intakte Hautbarriere hilft, Feuchtigkeit zu halten und Krankheitserreger abzuwehren. Zugleich betonen Fachleute, dass zu seltenes Waschen bei bestimmten Menschen Hautprobleme wie Geruchsbildung, vermehrte Keime an schweißnahen Stellen oder Ekzeme verschlechtern kann. Die Balance zwischen Hautschutz und Hygiene ist demnach individuell und hängt von Hauttyp, Beruf, Aktivitätsniveau und Gesundheitszustand ab.
Ökonomischer Kontext
Der Konsum von Körperpflegeprodukten ist in Deutschland erheblich. Nach Angaben eines Verlages, der den Bestseller „Clean: The New Science of Skin" übersetzte, werden jährlich rund 15 Milliarden Euro für Körperpflegeprodukte ausgegeben. Dies verweist auf eine hohe Marktpräsenz und darauf, dass gesellschaftliche Vorstellungen von Körperhygiene auch wirtschaftliche Dimensionen haben.
| Position | Betrag / Hinweis |
|---|---|
| Jahresausgaben für Körperpflege in Deutschland | 15 Milliarden Euro |
Praktische Folgen und Empfehlungen
- Wer seltener duscht, sollte gezielt Körperstellen reinigen, die besonders schwitzen oder Gerüche verursachen können.
- Bei Hauterkrankungen oder auffälligen Veränderungen ist eine dermatologische Abklärung ratsam; Individualität des Hauttyps ist entscheidend.
- Der sparsame Umgang mit Wasser lässt sich auch durch kürzere Duschen oder wassersparende Duschköpfe erreichen, ohne vollständiges Verzichten.
In der öffentlichen Debatte verknüpfen sich Gesundheitsaspekte mit ökologischen Erwägungen. Während das Reduzieren von Wasserverbrauch unbestritten zur Ressourcenschonung beitragen kann, ist die pauschale Empfehlung, gar nicht mehr zu duschen, aus medizinischer Sicht nicht haltbar. Entscheidend bleibt, jede Entscheidung am individuellen Bedarf auszurichten und bei Unsicherheiten Fachleute zu konsultieren.