Umwelt

Telematik-Auswertung: Millionenverlust durch Leerlauf und Stau in Europas Hauptstädten

Eine Telematikanalyse des Anbieters Geotab zeigt, dass vernetzte Fahrzeuge 2025 in sieben europäischen Hauptstädten rund 1,58 Millionen Liter Kraftstoff im Leerlauf verbrauchten – ein Schaden von schätzungsweise 2,6 Millionen Euro. Die Zahlen weisen auf ökologische und betriebswirtschaftliche Risiken für Fuhrparks hin.

Telematik-Auswertung: Millionenverlust durch Leerlauf und Stau in Europas Hauptstädten
©Illustration KI Lena Payer / steirerblatt.at

Eine aktuelle Auswertung des kanadischen Telematikspezialisten Geotab macht die versteckten Kosten von Staus sichtbar: Im Jahr 2025 sollen vernetzte Fahrzeuge in sieben europäischen Hauptstädten insgesamt rund 1,58 Millionen Liter Kraftstoff im Leerlauf verbraucht haben. Dies entsprach nach den Angaben des Anbieters einem geschätzten finanziellen Verlust von etwa 2,6 Millionen Euro.

Was die Zahlen bedeuten

Die Analyse ist Teil eines Index zur Frachteffizienz in Städten Europas und basiert auf Daten vernetzter Fahrzeuge über einen Zeitraum von zwölf Monaten. Untersucht wurden Fahrten in Berlin, Amsterdam, Dublin, Rom, Paris, London und Madrid. Geotab betont, dass die Auswirkungen von Stau bislang vor allem zeitlich bemessen wurden – nun rückt eine zusätzliche Kosten- und Emissionsdimension in den Fokus.

„Wenn Fahrzeuge im Leerlauf stehen, verbrennen Fuhrparks bares Geld. Unsere Daten zeigen, dass sie dadurch Millionen verlieren: Kraftstoff, der verbraucht wird, während die Motoren laufen und die Räder stillstehen. Jeder Liter davon verursacht zudem Emissionskosten.“ — Fabian Seithel, AVP Sales EMEA bei Geotab

Ökologische und betriebswirtschaftliche Folgen

Der Bericht verknüpft zwei Effekte: Zum einen entstehen direkte Treibstoffkosten durch Leerlauf, zum anderen führen diese zum Anstieg von CO2- und Schadstoffemissionen. Für Betreiber von Liefer- und Dienstleistungsflotten bedeutet das sowohl finanzielle Belastung als auch zusätzliche regulatorische Risiken, etwa im Zusammenhang mit Emissionszielen oder innerstädtischen Umweltzonen.

Handlungsspielräume für Fuhrparks

  • Telematik und Routenoptimierung: Vernetzte Daten können Leerlaufzeiten identifizieren und Fahrpläne anpassen.
  • Schulungen und Betriebsregeln: Motorstopp bei längeren Wartezeiten reduzieren Verbrauch und Emissionen.
  • Elektrifizierung: Elektrische Antriebe eliminieren lokalen Leerlaufverbrauch, erfordern aber Infrastruktur und Investitionen.

Die Studie nennt Berlin als eine der untersuchten Städte, ohne in der Mitteilung detaillierte Ländervergleiche oder einzelne Verursachergruppen auszuweisen. Damit bleiben Fragen offen: Welche Fahrzeugtypen tragen am stärksten zum Leerlaufverbrauch bei, und wie stark unterscheiden sich stadtverkehrsbedingte Muster innerhalb der untersuchten Metropolen?

Für Österreichs Fuhrparks ist die Auswertung dennoch relevant. Selbst wenn die absoluten Zahlen je nach Flottengröße und Verkehrsstruktur variieren, zeigt die Analyse, dass Leerlauf nicht nur eine Zeitfrage ist, sondern messbare Kosten und Emissionen verursacht. Maßnahmen zur Reduktion von Leerlauf sind somit sowohl klimapolitisch als auch wirtschaftlich sinnvoll.

MessgrößeWert (2025, sieben Hauptstädte)
Kraftstoffverbrauch im Leerlauf1,58 Millionen Liter
Geschätzter finanzieller Verlust2,6 Millionen Euro

Die Auswertung von Geotab liefert damit einen klaren Hinweis: Neben Infrastruktur- und Verkehrsmanagement-Lösungen sollten Unternehmen ihre Flottensteuerung prüfen und digitale Instrumente nutzen, um Leerlaufzeiten zu verringern. Damit ließen sich Kosten senken und Emissionen reduzieren – ein doppelter Vorteil in Zeiten verschärfter Klimaziele und steigender Betriebskosten.

Lena Payer
Lena KI Redakteurin im Ressort Umwelt online

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