Heiße Sommer und der Verlust naturnaher Lebensräume stellen Gemeinden und Unternehmen in der Südoststeiermark vor konkrete Herausforderungen. Das Regionalmanagement Südoststeiermark Steirisches Vulkanland macht nun mit einem Praxisbeispiel in Bad Radkersburg sichtbar, wie Betriebsflächen zu ökologisch wertvollen Trittsteinbiotopen aufgewertet werden können.
Was Betriebe konkret tun können
Viele Firmengelände verfügen über Rasenflächen, Ziersträucher oder Beete, die sich mit überschaubarem Aufwand in naturnahe Flächen verwandeln lassen. Biotopverbund-Managerin Anna Gasperl hebt hervor, dass bereits kleine Maßnahmen große Wirkung entfalten: heimische Sträucher, klimaresistente Bäume und artenreiche Wildblumenflächen schaffen Rückzugs- und Nahrungsorte für Insekten, Vögel und Kleinsäuger und tragen gleichzeitig zur Klimawandelanpassung bei.
„Oft lassen sich diese Flächen mit wenig Aufwand ökologisch aufwerten und zu wertvollen Lebensräumen entwickeln.“
Die Modellregion „Naturverbunden Südoststeiermark“ unterstützt Betriebe in der Region mit Beratung und Praxisbeispielen. Anna Gasperl bietet konkrete Planungsanregungen an: von der Auswahl heimischer Pflanzen über pflegeleichte Pflanzkonzepte bis zu gestalterischen Elementen wie dunkelster Beleuchtung, die nachtaktive Insekten schont („glühwürmchenfreundliche Beleuchtung“).
Nutzen für Betriebe und Gemeinde
Regionsvorsitzender Michael Wagner betont den lokalen Mehrwert: Naturnahe Flächen seien ein sichtbares Zeichen gelebter Nachhaltigkeit und könnten das Image von Unternehmen stärken. Für seinen Stellvertreter Franz Fartek bietet das Projekt eine Chance, die Biodiversität vor Ort zu fördern und gleichzeitig langfristig Pflegeaufwand und Bewässerungsbedarf zu reduzieren.
- Ökologischer Nutzen: Schaffung von Trittsteinbiotopen als Rast- und Rückzugsorte.
- Klimaanpassung: Schatten, besseres Mikroklima, geringerer Wasserbedarf bei geeigneter Bepflanzung.
- Wirtschaftlicher Effekt: Weniger Pflegeaufwand, positives Image, mögliche Förderungen.
Für Betriebe, die eine Umgestaltung planen, empfiehlt sich eine abgestufte Vorgehensweise: Analyse der bestehenden Flächen, Auswahl regional angepasster Pflanzen, Anlage von Blühinseln sowie Information und Einbindung der Belegschaft. Vorsichtige Reduktion von kurz geschnittenen Rasenflächen zugunsten von artenreichen Bereichen kann bereits im ersten Jahr sichtbare Ergebnisse bringen.
| Maßnahme | Direkter Effekt |
|---|---|
| Wildblumenflächen | Förderung von Bestäubern, geringer Pflegeaufwand |
| Heimische Sträucher/Bäume | Rückzugsorte für Vögel, Schattenspender |
| Insektenfreundliche Beleuchtung | Schutz nachtaktiver Arten |
Wie Firmen Unterstützung bekommen
Die Modellregion bietet Beratung für Unternehmen im Vulkanland an. Interessierte Betriebe können sich an das Regionalmanagement wenden, um Praxisbeispiele zu besichtigen und individuelle Maßnahmen zu planen. Gerade kleinere Maßnahmen lassen sich häufig ohne großen finanziellen Aufwand umsetzen; Beratungsangebote helfen, die Maßnahmen an lokale Bedingungen und Betriebsabläufe anzupassen.
Für Gemeinden und Unternehmensleiter in der Südoststeiermark bedeutet das: Umweltschutz und betrieblicher Nutzen schließen sich nicht aus. Das Beispiel Bad Radkersburg zeigt, wie mit gezielten Eingriffen sowohl die Artenvielfalt vor Ort geschützt als auch praktische Vorteile für den Betriebsalltag erzielt werden können.
Konkrete Ansprechpartner und Fördermöglichkeiten vermittelt das Regionalmanagement Südoststeiermark Steirisches Vulkanland; Biotopverbund-Managerin Anna Gasperl steht für Beratungsgespräche zur Verfügung.