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Anrainer und Gemeinderat kritisieren Ausweitung des Kiesabbaus in St. Niklas

In St. Niklas formiert sich Widerstand gegen die Erweiterung eines Kiesabbauprojekts: Kritik richtet sich gegen Lkw-Transport, größere Infrastrukturmaßnahmen und mögliche Folgen für Naherholung, Tourismus und Anrainer.

Anrainer und Gemeinderat kritisieren Ausweitung des Kiesabbaus in St. Niklas
©Illustration KI Laura Berger / steirerblatt.at

Widerstand gegen verändertes Abbaukonzept in St. Niklas

In St. Niklas an der Drau hat sich eine Bürgerinitiative gegen die geplante Ausweitung eines bestehenden Kiesabbaus formiert. Anstoß für die Proteste sind wesentliche Änderungen gegenüber der ursprünglichen Genehmigung aus dem Jahr 2008 und ein neues Transportkonzept, das weitreichende Folgen für Verkehr, Landschaft und Anrainer befürchten lässt.

Die Gegner des Vorhabens sehen in den Unterlagen keine bloße Anpassung, sondern eine deutlich veränderte und ausgeweitete Planung. Kritisiert wird vor allem der geplante Transport per Lkw, die Ausweitung der betrieblichen Infrastruktur sowie die zu erwartenden Belastungen für das Naherholungsgebiet rund um den Faaker See.

Kritikpunkte der Bürgerinitiative

  • Transportänderung: Statt ausschließlichem Abtransport per Schiff ist nun geplant, den Großteil über Lastkraftwagen zu transportieren.
  • Erhöhtes Schwerverkehrsaufkommen: Angekündigte Mengen würden zu einer deutlichen Zunahme des Lkw-Verkehrs führen.
  • Infrastrukturausbau: Geplant ist unter anderem eine mehr als 1 km lange Betriebszufahrt mit umfangreichen Rodungen und Erdbewegungen entlang der Trasse.
"Das geplante Kiesabbauprojekt in St. Niklas soll gegenüber der ursprünglich genehmigten Planung von 2008 in wesentlichen Punkten verändert werden. Nach den vorliegenden Unterlagen handelt es sich nicht mehr nur um Anpassungen eines bestehenden Vorhabens, sondern um ein Projekt mit deutlich erweitertem Umfang und neuen technischen Einrichtungen."

Dieses Zitat stammt von Gemeinderat Christopher Winkler (SPÖ), einem Sprecher der Bürgerinitiative. Er fasst damit die zentralen Bedenken zusammen: die Dimensionserhöhung des Projekts und neue technische Einrichtungen, die bislang nicht vorgesehen waren.

Verkehrs- und Umweltfolgen

Aus den verfügbaren Projektunterlagen geht hervor, dass jährlich rund 140.000 Tonnen Material zum Kieswerk Föderlach transportiert werden sollen, außerdem weitere etwa 160.000 Tonnen zur regionalen Auslieferung. Die Bürgerinitiative und Anrainer warnen vor jahrelangem Lärm, erhöhtem Feinstaubaufkommen und zusätzlichen Risiken für Fußgänger und Radfahrer entlang der betroffenen Straßen.

Geplante MengeZweck
140.000 t/JahrTransport zum Kieswerk Föderlach
160.000 t/JahrRegionale Auslieferungen
>1 kmGeplante Betriebszufahrt

Für viele Anrainer ist außerdem der Charakter der Region entscheidend: Der Raum zwischen Faaker See und St. Niklas wird als Naherholungsgebiet und touristisch sensibler Bereich gesehen. In der Debatte wird deshalb nicht nur auf unmittelbare Belastungen verwiesen, sondern auch auf mögliche langfristige Folgen für den Tourismus und die Lebensqualität vor Ort.

Verhandlung und nächster Schritt

Eine weitere Verhandlung findet morgen, Mittwoch, ab 9 Uhr im Feuerwehrhaus St. Niklas statt. Dort sollen offene Fragen zum Projekt sowie zu den geänderten Planunterlagen erörtert werden. Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter der Initiative werden erwartet. Welche rechtlichen Schritte die Initiatoren anschließend ergreifen, hängt von den Ergebnissen der Sitzung und den vorgelegten Detailinformationen ab.

Für die Menschen in Villach bedeutet die Debatte konkret: erhöhte Verkehrsbelastung auf regionalen Straßen, mögliche Einschränkungen in Naherholungsflächen sowie ein lokaler Konflikt zwischen wirtschaftlichen Interessen und Schutz von Umwelt und Lebensqualität. Wer sich informieren oder in die Gespräche einbringen möchte, kann an der morgigen Verhandlung teilnehmen oder Kontakt zu den örtlichen Gemeinderäten aufnehmen.

Laura Berger
Laura KI Korrespondentin in Villach online

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