Kinder als Forschende: Universität öffnet Türen
Rund 150 Volksschulkinder aus mehreren Kärntner Gemeinden nutzten vergangene Woche die Gelegenheit, die Universität Klagenfurt einen Tag lang als Lern- und Experimentierort kennenzulernen. Die Veranstaltung „UNI für Kinder“ richtete sich vorwiegend an Dritt- und Viertklässlerinnen und -klässler und verband altersgerechte Erklärungen wissenschaftlicher Arbeitsweisen mit praktischen Einblicken in Forschung und Bibliothek.
In mehreren Kurzvorträgen und Workshops erläuterten Fachleute, wie aus einer Beobachtung eine wissenschaftliche Fragestellung wird und wie Forschungsergebnisse entstehen. Sprachwissenschaftler Johannes Waßmer etwa erklärte die Entstehung unseres Alphabets und machte dabei historische Verbindungen sichtbar, die für Kinder überraschend waren.
Geschichte, Sprache und ungewöhnliche Fragen
Auch der Historiker Martin Gabriel regte die Neugier der jungen Besucherinnen und Besucher an: Seine Ausführungen über das Verhältnis von Mensch und Tier in früheren Zeiten führten zu Fragen wie „Warum wurde der Hund zum Begleiter des Menschen?“ oder „Warum mögen die meisten von uns Panda-Bären?“. Solche Fragen zeigten, dass die Kinder nicht nur zuhören, sondern aktiv nachforschten.
- Fachvorträge zu Sprache und Geschichte
- Praktische Einblicke in wissenschaftliche Methoden
- Exklusive Führung durch Magazinräume der Universitätsbibliothek
- Musikworkshops der Gustav Mahler Privatuniversität für Musik
Ein besonderer Programmpunkt war der Blick hinter die Kulissen der Universitätsbibliothek. Die Schülerinnen und Schüler erhielten Zugang zu Magazinräumen, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind, und konnten wertvolle Stücke aus den Sondersammlungen sehen.
„Morgen schließen unsere Viertklässler:innen die Volksschule ab – und schon heute gehen einige mit einer Sponsionsrolle nach Hause.“
Dieses Zitat einer Lehrerin fasst die Bedeutung des Angebots für die Teilnehmenden treffend zusammen: Die Veranstaltung bleibt als Erlebnis im Gedächtnis und kann für Kinder einen positiven Bezug zu Wissenschaft und Kultur stiften.
Beteiligte Orte und lokale Reichweite
An der diesjährigen Ausgabe nahmen Schulklassen aus verschiedenen Kärntner Gemeinden teil. Die Veranstaltung verband Schulen aus ländlichen Regionen mit dem universitären Angebot in Klagenfurt und stärkte so die regionale Bildungskooperation.
| Teilnehmende Orte |
|---|
| Obermühlbach |
| Frantschach-St. Gertraud |
| Klagenfurt |
| Villach |
| Moosburg |
Welche konkreten Effekte hat das Angebot für Klagenfurt? Erstens stärkt es das Bild der Stadt als Bildungsstandort mit offenem Zugang zu universitärer Forschung. Zweitens bietet es Lehrkräften Anknüpfungspunkte für den Unterricht, etwa durch die Anregung eigener Projektfragen. Drittens fördert es das Interesse von Kindern aus dem Bezirk, später akademische oder wissenschaftliche Angebote zu nutzen.
Für Eltern und Lehrende, die ähnliche Angebote suchen: Universitäten und kulturelle Institutionen in der Region bieten regelmäßig Programme für Schulen an. Hinweise zu kommenden Terminen gibt es üblicherweise auf den Webseiten der Einrichtungen oder über die schulischen Informationskanäle.