Hitzemessung auf öffentlicher Fläche schärft Debatte um städtische Anpassung
Bei einer Messung auf dem asphaltierten Neuen Platz in Klagenfurt wurden 65,1 Grad Boden- beziehungsweise Oberflächentemperatur registriert. Dieses Ergebnis war Anlass für einen Hitzespaziergang der Grünen Klagenfurt gemeinsam mit der Grünen Generation plus durch die Innenstadt. Ziel der Aktion war, auf die Ausmaße der Erwärmung aufmerksam zu machen und praktische Soforthilfen für die Bevölkerung vorzuschlagen.
Die Grünen präsentierten dabei einen neuen Stadtplan, der gezielt kühle Orte, Trinkbrunnen und schattige Parks ausweist. Anhand der Messungen wurde der Effekt grüner Räume verdeutlicht: Im schattigen Landhaus-Park sank die Temperatur auf 25,7 Grad – ein Unterschied von mehr als 39 Grad gegenüber der stark aufgeheizten Platzfläche.
Historische Entwicklung und lokale Konsequenzen
Die Partei verweist auf einen starken Anstieg der Hitzetage: Im Zeitraum 1961–1990 wurden durchschnittlich sechs Hitzetage pro Jahr verzeichnet, 2025 waren es bereits 33, und bis Mitte Juli dieses Jahres wurden laut Aussendung schon 26 Hitzetage registriert. Solche Zahlen haben direkte Folgen für die Stadtbewohnerinnen und -bewohner, vor allem für ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke, die bei hohen Temperaturen besonders gefährdet sind.
Die Grünen fordern deshalb einen verbindlichen Hitzeschutzplan für Klagenfurt mit kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen. Neben einer langfristigen Aufforstung und mehr Grünflächen schlagen sie auch unbürokratische Sofortmaßnahmen vor, etwa Kooperationen mit Handelsbetrieben für Ventilatoren und Initiativen zur Unterstützung besonders bedürftiger Haushalte.
„Wer sich keine Klimaanlage oder ein Ferienhaus am See leisten kann, braucht schattige öffentliche Orte“,
so Stefan Samonig, Stadtparteiobmann der Grünen Klagenfurt. Auch Brigitta Luchscheider, Obfrau der Grünen Generation plus Kärnten, warnte vor gesundheitlichen Folgen und bezeichnete die derzeitigen Werte als Weckruf.
Konkrete Vorschläge und Prüfung städtischer Maßnahmen
Die präsentierten Vorschläge lassen sich in kurzfristige und langfristige Maßnahmen gliedern:
- Kurzfristig: Kennzeichnung kühler Aufenthaltsorte, zusätzliche Trinkbrunnen, Kooperationen für Ventilatoren und Unterstützungsfonds.
- Mittelfristig: Schattenspender durch schnell wachsende Bepflanzung und gezielte Beschattung von Aufenthalts- und Gehbereichen.
- Langfristig: Ausbau grüner Korridore und vermehrte Entsiegelung von Flächen.
Welche dieser Maßnahmen die Stadtverwaltung von Klagenfurt tatsächlich übernimmt, bleibt abzuwarten. Für Bewohnerinnen und Bewohner ist entscheidend, ob es neben Symbolprojekten auch flächendeckende Verbesserungen in den Stadtteilen geben wird – etwa mehr Trinkbrunnen oder gezielte Baum- und Strauchpflanzungen dort, wo die Belastung am höchsten ist.
| Ort | Oberflächentemperatur |
|---|---|
| Neuer Platz (asphaltiert) | 65,1 °C |
| Landhaus-Park (schattig) | 25,7 °C |
Für die Klagenfurter Bevölkerung bedeutet das: Öffentliche Räume können an heißen Tagen große Temperaturunterschiede aufweisen. Ein durchdachter Hitzeschutzplan würde die lokale Lebensqualität verbessern und gesundheitliche Risiken mindern. Die Debatte um kurzfristige Hilfsangebote und langfristige Stadtplanung ist damit wieder eröffnet.