Politischer Schulterschluss für Einhausung der A12
Im Innsbrucker Rathaus fand am Mittwoch ein Runder Tisch zur möglichen Einhausung der Inntalautobahn A12 im westlichen Stadtgebiet statt. Teilnehmer waren Vertreterinnen und Vertreter der Stadtpolitik, der Autobahnbetreibergesellschaft ASFINAG sowie Mitglieder einer betroffenen Bürgerinitiative. Im Zentrum der Gespräche stand nicht nur die technische Machbarkeit, sondern vor allem die Frage der Finanzierung eines Vorhabens, das laut Teilnehmern mehrere hundert Millionen Euro verschlingen würde.
Wer wäre betroffen — und was erhoffen sich Anrainer?
Konkrete Bereiche, die von einer möglichen Einhausung betroffen wären, sind die Stadtteile Mentlberg, Sieglanger, die Höttinger Au, Kranebitten und teilweise auch die Nachbargemeinde Völs. Insgesamt gehe es um rund 40.000 Betroffene, erklärte Harald Schwaiger von der „Interessengemeinschaft Einhausung“.
- Verbesserung der Lärm- und Luftbelastung
- Schaffung zusätzlicher Grün- und Freizeitflächen auf der Überdeckung
- Städtebauliche Aufwertung angrenzender Viertel
„Ich bin nach dem gestrigen Gespräch positiv überzeugt, dass es ein Licht gibt für die Einhausungsvariante, was ja ein totaler Mehrwert wäre.“ — Harald Schwaiger, Sprecher der Bürgerinitiative
Beim Treffen zeigte sich ein breiter politischer Konsens: Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA), Verkehrslandesrat Rene Zumtobel (SPÖ) und Mitglieder des Gemeinderates sprachen sich für die Einhausung aus. Auch die Oppositionsparteien Liste Fritz und FPÖ äußerten Unterstützung und bezeichneten das Projekt in Teilen als „alternativlos“.
Finanzierung bleibt offenes Kernthema
Trotz der politischen Unterstützung ist die Kostenfrage bislang ungeklärt. Laut Diskussionsteilnehmern wäre die Einhausung ein Projekt mit einem Finanzbedarf in der Größenordnung von mehreren hundert Millionen Euro. Bürgermeister Anzengruber kündigte an, in den nächsten Wochen das Verkehrsministerium der Republik anzusprechen und um finanzielle Unterstützung seitens des Bundes zu werben. Er betonte, dass es gerechtfertigt sei, Gelder dort einzusetzen, wo sie in der Region erwirtschaftet würden.
| Aspekt | Bekannte Information |
|---|---|
| Betroffene Gebiete | Mentlberg, Sieglanger, Höttinger Au, Kranebitten, teilweise Völs |
| Betroffene Personen | rund 40.000 |
| Finanzierung | Mehrere hundert Millionen Euro; Prüfung einer Beteiligung des Bundes |
Die ASFINAG war am Runden Tisch vertreten; konkrete Zusagen des Autobahnbetreibers zur Kostenübernahme wurden jedoch nicht vermeldet. Ebenso unklar bleibt, wie ein möglicher Zeitplan aussehen könnte: Die Bürgerinitiative hofft auf eine Umsetzung „in den nächsten Jahren“, konkrete Schritte oder Termine wurden aber nicht genannt.
Bedeutung für Innsbruck
Eine Einhausung würde lokale Auswirkungen in mehreren Bereichen haben: Sie könnte die Lebensqualität für tausende Anrainerinnen und Anrainer durch geringeren Verkehrslärm und bessere Luft verbessern, neue zusammenhängende Grünflächen schaffen und städtebauliche Entwicklungschancen eröffnen. Gegenüber stehen große Investitionskosten und die Notwendigkeit, Bund, Land und ASFINAG für eine gemeinsame Finanzierungsstruktur zu gewinnen.
In den kommenden Wochen wird die Stadtführung die Gespräche mit dem Verkehrsministerium intensivieren. Für Anrainerinnen und Anrainer bleibt offen, wann – und ob – aus der politischen Absicht ein konkretes Bauprojekt wird.