ASFINAG-Pläne spalten Politik und Anrainer
Beim jüngsten Runden Tisch zur Lärmsituation im westlichen Innsbruck hat die ASFINAG erneut ihre Varianten für den Lärmschutz präsentiert. Im Mittelpunkt stehen die Stadtteile Sieglanger, Mentlberg, Höttinger Au und Kranebitten, die seit Jahren Gegenstand von Messungen und Untersuchungen sind. Ziel der Treffen ist es, konkrete Maßnahmen zu finden, die die Lebensqualität der Anrainer nachhaltig verbessern.
Die ASFINAG legte bereits 2023 Lärmmessungen vor; die anschließende bauliche Machbarkeitsstudie und die detaillierten Ergebnisse der Lärmschutzuntersuchung wurden im November 2024 präsentiert. Auf Grundlage dieser Unterlagen schlägt die Bundesgesellschaft primär die Errichtung von Lärmschutzwänden vor.
Streitpunkt Finanzierung und Maßnahme
Die Kostenschätzung der ASFINAG trennt die Positionen deutlich: Für eine Konstruktion als Lärmschutzwand übernimmt die ASFINAG nach eigenen Angaben die Kosten in voller Höhe. Bei einer umfassenden Einhausung hingegen würde der Großteil der Finanzierung von Dritten, also insbesondere von Stadt und Land, verlangt werden.
| Variante | Gesamtkosten (laut ASFINAG) | Finanzierung |
|---|---|---|
| Lärmschutzwand | 90 Millionen Euro | ASFINAG trägt Kosten vollständig |
| Einhausung | rund 375 Millionen Euro | Mehrheitlich durch Stadt/Land bzw. Dritte zu tragen |
Die Opposition im Gemeinderat, namentlich die FPÖ, zeigte sich unzufrieden mit diesen Vorschlägen. FPÖ-Stadtrat Markus Lassenberger verwies auf die Erwartungen von Gemeinderat und Bürgerinitiativen, die eine vollständige Einhausung bevorzugen.
„Leider waren die Vorstellungen der ASFINAG sehr ernüchternd, denn diese schlägt lediglich eine Verbauung mit Lärmschutzwänden vor… Dies spricht aber klar gegen die Vorstellungen des Gemeinderats sowie der IG Kranebitten und der IG Einhausung, welche ganz klar eine komplette Einhausung bevorzugen.“
Für Lassenberger, der im Verkehrsausschuss sitzt, ist die Frage der Kostenverteilung zentral: Eine Einhausung, so die FPÖ, könne nicht mit einer überwiegenden Belastung der Innsbruckerinnen und Innsbrucker hingenommen werden.
Was das für Anrainer bedeutet
- Kurzfristig wäre mit zügig realisierbaren Maßnahmen wie Lärmschutzwänden eher mit einer raschen Minderung der Belästigung zu rechnen.
- Eine Einhausung verspricht langfristig höheren Schutz, ist aber deutlich teurer und würde Planung, Abstimmung und Finanzierung stark verlängern.
- Welche Variante umgesetzt wird, hängt wesentlich von politischen Entscheidungen über zusätzliche Finanzierungsbeiträge von Stadt und Land ab.
Die Debatte zeigt die klassische Abwägung zwischen Kosten, Dauer der Umsetzung und dem Ausmaß des erwarteten Lärmschutzes. Für viele Bewohner in den genannten Vierteln geht es nicht nur um Zahlen, sondern um eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität. Ob es letztlich bei der von der ASFINAG angebotenen Vollfinanzierung der Lärmschutzwände bleibt oder ob sich Stadt und Land zu einer teureren Einhausung bereit erklären, wird die weitere politische Diskussion und konkrete Finanzierungsangebote entscheiden.