Hohe Zustimmung zum Schutz von Böden
Wie Gemeinden wachsen und gleichzeitig Grünflächen erhalten können, ist auch in Wolkersdorf eine zentrale kommunalpolitische Frage. Eine aktuelle Umfrage von MeinBezirk zeigt, dass 90 Prozent der Befragten im Weinviertel Böden und Grünräume schützen möchten. 61 Prozent würden ungenutzte Brachflächen bevorzugt in Parks umwandeln. Die Ergebnisse machen deutlich, dass eine möglichst sparsame Nutzung neuer Flächen für viele Menschen ein wichtiges Anliegen ist.
Wolkersdorf steht dabei vor einem Spannungsfeld: Die Stadt ist gut erschlossen, verfügt über eine ausgebaute Infrastruktur und beherbergt zahlreiche Betriebe. Damit entsteht regelmäßig Bedarf an zusätzlichen Flächen. Bürgermeister Dominic Litzka verweist zugleich auf die Notwendigkeit, mit dem vorhandenen Raum sorgfältig umzugehen. Wachstum und Bodenschutz werden in der Gemeinde daher nicht als getrennte Themen behandelt.
Bürgerrat erarbeitete Vorschläge
Bereits 2023 befasste sich ein eigens eingerichteter Bürgerinnen- und Bürgerrat mit Bodenverbrauch und Versiegelung. Dafür wurden 18 zufällig ausgewählte Personen eingebunden. Sie erarbeiteten insgesamt 41 Handlungsempfehlungen für die Gemeindepolitik. Zu den genannten Anliegen zählten zusätzliche Bäume, die Entsiegelung bereits befestigter Flächen, eine Belebung der Ortskerne und ein zurückhaltender Umgang mit neuem Bauland.
Im Dezember 2024 nahm der Gemeinderat offiziell zu diesen Vorschlägen Stellung. Damit wurde die Diskussion über Flächenverbrauch und Ortsentwicklung in den politischen Prozess aufgenommen. Für die weitere Entwicklung setzt die Stadt laut Bürgermeister auf ein langsames und solides Wachstum. Wo Bauland gewidmet wird, soll es demnach auch tatsächlich genutzt werden und Wohnraum mit einer entsprechenden Dichte entstehen.
Leerstände als Chance für die Ortsmitte
Ein weiterer Ansatz liegt in der Nutzung bereits bestehender Gebäude und Geschäftsflächen. Im Zentrum von Wolkersdorf stehen Lokale leer, für die neue Verwendungen gesucht werden. Ein Beispiel ist die ehemalige Fläche von Libro, die inzwischen das Emma-Minieinkaufszentrum beherbergt. Damit zeigt sich, dass Nachnutzung nicht ausschließlich bei früheren Industriearealen möglich ist, sondern auch im Ortszentrum eine Rolle spielen kann.
Allerdings lässt sich nicht jedes leerstehende Gebäude ohne Weiteres für jede gewünschte Funktion adaptieren. Die konkrete Eignung hängt von den jeweiligen baulichen und räumlichen Voraussetzungen ab. Aus der Debatte ergibt sich daher ein Ansatz, der mehrere Maßnahmen verbindet: Bestehende Flächen sollen besser genutzt, versiegelte Bereiche nach Möglichkeit geöffnet und neue Grünräume geschaffen werden. Gleichzeitig soll die Stadtentwicklung den Bedarf an Wohnraum und Betriebsflächen berücksichtigen.
- 90 Prozent der befragten Weinviertler wollen Böden und Grünflächen schützen.
- 61 Prozent sprechen sich bei Brachflächen für Parks aus.
- Ein Bürgerinnen- und Bürgerrat legte 41 Empfehlungen zu Bodenverbrauch und Versiegelung vor.
| Thema | Angabe |
|---|---|
| Umfrage zum Schutz von Böden und Grünflächen | 90 Prozent |
| Wunsch nach Parks auf Brachflächen | 61 Prozent |
| Teilnehmende im Bürgerrat | 18 Personen |
| Erarbeitete Empfehlungen | 41 |