Die Wien Energie hat das Fernwärmenetz im Bezirk Hietzing erweitert und damit den Tiergarten Schönbrunn angeschlossen. Die Änderung betrifft neben den Anlagen des Zoos auch Verwaltungsgebäude, Gastronomieeinrichtungen und das Wüstenhaus vor den Toren des Zoos.
Warum die Umstellung wichtig ist
Der bisherige Wärmeerzeuger auf dem 17 Hektar großen Areal war eine Gaskessel-Anlage mit einer Leistung von 10 Megawatt. Diese Anlage wurde nach dem Anschluss an die Fernwärme demontiert. Für den Tiergarten bedeutet das eine Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und eine stabilere Versorgung, was insbesondere im Winter für das Wohl der Tiere und den laufenden Betrieb relevant ist.
„Der Tiergarten Schönbrunn ist als ältester bestehender Zoo der Welt eine echte Wiener Institution. Mit dem Anschluss an die Fernwärme stärken wir die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und machen die Wiener Wärmewende an einem der bekanntesten Orte der Stadt sichtbar“, sagte Ulli Sima.
Auswirkungen für Besucher und Stadt
Mit rund 2 Millionen Besucherinnen und Besuchern pro Jahr zählt der Tiergarten zu den meistfrequentierten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Ein verlässlicheres und mittelfristig planbareres Preisniveau für Wärme sorgt laut Zooleitung für mehr Betriebssicherheit und bessere wirtschaftliche Planbarkeit.
- Betroffene Einrichtungen: Zooanlagen, Verwaltung, Gastronomie, Wüstenhaus
- Fläche des Areals: 17 Hektar
- Frühere Leistung der Gaskessel: 10 MW
- Besucherinnen und Besucher jährlich: rund 2 Millionen
Fernwärme-Ausbau in Wien
Die neue Leitung entlang der Maxingstraße eröffnet außerdem die Möglichkeit, dass mehr als 60 Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen werden können. In Wien wird Fernwärme seit den 1960er-Jahren ausgebaut; aktuell versorgt sie mehr als 480.000 Wohnungen mit Heizung und Warmwasser. Wien Energie plant, in den kommenden Jahren etwa 1 Milliarde Euro in den Ausbau und die Dekarbonisierung der Fernwärme sowie 1,7 Milliarden Euro in den Ausbau von Sonnen-, Wind- und Wasserkraft zu investieren.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Fläche Tiergarten | 17 Hektar |
| Frühere Kesselleistung | 10 MW |
| Jährliche Besucher | ~2 Millionen |
| Versorgte Wohnungen in Wien | >480.000 |
| Geplante Investitionen (Fernwärme) | ~1 Mrd. Euro |
| Geplante Investitionen (Erneuerbare) | ~1,7 Mrd. Euro |
Für die Nutzerinnen und Nutzer der Umgebung bedeutet der Ausbau vorerst vor allem infrastrukturelle Vorteile: eine potenziell stabilere Wärmeversorgung und die Möglichkeit, dass weitere Gebäude entlang der neuen Leitung künftig auf Fernwärme umgestellt werden. Für die Stadt ist der Anschluss ein sichtbares Signal der Wärmewende an einem stark frequentierten, symbolträchtigen Ort.
Die Entscheidung, eine Gaskessel-Anlage zu demontieren und auf Fernwärme umzustellen, ist zugleich Teil größerer Klimaziele der Stadt Wien: Durch die Reduktion direkter Verbrennung fossiler Brennstoffe lassen sich lokale Emissionen senken und die Versorgung langfristig planbarer gestalten.