Neuer Zugverkehr schafft durchgehende Bahnverbindung nach Südtirol
Für Reisende zwischen Tirol und Südtirol kündigt sich ab Mitte 2027 eine markante Änderung an: Geplant sind stündliche Direktverbindungen von Innsbruck über Bozen bis nach Meran und Mals. Möglich werden diese Verbindungen durch neue Mehrsystemzüge vom Typ Coradia Stream des Herstellers Alstom, die sowohl auf österreichischem als auch auf italienischem Strom- und Signalsystem verkehren können. Damit entfällt für die Mehrheit der Fahrgäste künftig der Umstieg am Brenner.
Die Züge sollen Teil einer gemeinsamen Beschaffung der Gesellschaft STA und der ÖBB sein: Insgesamt werden 22 Fahrzeuge angeschafft, von denen derzeit sechs in Savigliano (Italien) für die ÖBB fertiggestellt werden. Die Auslieferung ist für 2027 vorgesehen.
Technik, Kapazität und Fahrzeitrelevanz
Die neuen Fahrzeuge bieten 381 Sitzplätze, verfügen über ein vergrößertes Fahrradabteil und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 160 km/h. Gesetzliche Vorgaben machen am Brenner zwar weiterhin einen kurzen Halt nötig – dieser dient jedoch lediglich dem Personalwechsel und nicht mehr dem Umsteigen der Fahrgäste.
- Mehr Komfort durch größere Fahrradmitnahme – wichtig für Pendlerinnen und Freizeitler.
- Stündliche Durchbindung reduziert Umstiegszeiten und verbessert Anschlussverbindungen in Innsbruck und Bozen.
- Die höhere Kapazität kann saisonale Nachfragespitzen (Tourismus, Rad- und Wintersaison) besser abfedern.
Aktuelle Lage und Bedeutung für den Regionalverkehr
Derzeit enden am Brenner 35 Regionalverbindungen, nur vier fahren bislang direkt weiter. Mit den neuen Zügen sollen viele dieser Verbindungen ohne Umstieg durchgebunden werden, sodass regelmäßige Direktverbindungen im Stundentakt zur Norm werden könnten. Für Pendlerinnen und Pendler bedeutet das weniger Reiseunterbrechungen, für den Wirtschafts- und Tourismusverkehr eine verlässlichere grenzüberschreitende Verbindung.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Anzahl bestellter Züge | 22 |
| Derzeit im Bau für ÖBB | 6 (Savigliano) |
| Sitzplätze pro Zug | 381 |
| Maximale Geschwindigkeit | 160 km/h |
Für den Alltag in der Region bedeutet die Durchbindung eine veränderte Fahrplanstruktur: Stündliche Direktzüge erhöhen die Attraktivität der Bahn gegenüber dem Auto, können Umsteigezeiten reduzieren und die Erreichbarkeit kleinerer Orte wie Meran und Mals aus Tirol verbessern. Auch Pendlerinnen aus dem Wipptal und dem Raum Innsbruck profitieren von einfacheren Verbindungen in Richtung Süden.
Was ist noch offen?
Essenzielle Fragen zu konkreten Fahrplänen, Reisezeiten, Ticketintegration und Übergangslösungen bei Bauarbeiten sind noch zu klären. Ebenso bleiben Abstimmungen zur Nacht- und Güterverkehraufteilung über den Brennerpunkt sowie Details zur Ausstattung (z. B. Barrierefreiheit, Steckdosen, WLAN) abzuwarten. Behörden und Betreiber müssen diese Punkte bis zur geplanten Auslieferung 2027 finalisieren, damit die Erwartungen der Nutzerinnen und Nutzer erfüllt werden können.
Für die Alltagsmobilität in Innsbruck und Umgebung ist die Ankündigung jedenfalls relevant: Mehr Direktverbindungen nach Südtirol bedeuten effektivere Verbindungen über die Grenze, erhöhte Kapazitäten in stark nachgefragten Zeiten und potenziell weniger Individualverkehr auf der Straße.