Wirtschaft

Österreichs Wirtschaft bricht im IMD-Ranking weiter ein – Wachstum bleibt unter einem Prozent

Österreich verliert im internationalen Wettbewerbsvergleich weiter Terrain: Im IMD-Ranking rutschte das Land auf Platz 29 von 70, während die EU-Kommission für 2026 nur ein BIP-Wachstum von 0,6 Prozent prognostiziert. Ökonom:innen warnen vor anhaltender Schwäche der Privatwirtschaft.

Österreichs Wirtschaft bricht im IMD-Ranking weiter ein – Wachstum bleibt unter einem Prozent
©Illustration KI Andreas Url / steirerblatt.at

Schwaches Wachstum trifft auf schlechtere internationale Platzierung

Österreich ist im internationalen Vergleich erneut zurückgefallen: Im IMD-Ranking belegt das Land nun Rang 29 von 70, nach Platz 16 im Jahr 2020. Gleichzeitig prognostiziert die EU-Kommission für 2026 ein BIP-Wachstum von nur 0,6 Prozent und erwartet, dass Österreich auch 2027 die Marke von einem Prozent nicht erreichen wird. Diese Befunde deuten darauf hin, dass die Erholung nach den Krisenjahren offenbar nicht fest verankert ist.

Was die Zahlen für Menschen und Betriebe bedeuten

Eingeschränktes Wachstum hat konkrete Konsequenzen: Investitionen wachsen langsamer, Arbeitsmarkt- und Gehaltsdynamik bleiben gedämpft, und öffentliche Haushalte stehen unter Druck, da niedrigeres Wachstum die Steuerbasis begrenzt. Besonders problematisch ist laut Expert:innen die Entwicklung in der privatwirtschaftlichen Wertschöpfung: Der Generalbefund ist, dass das BIP-Plus hauptsächlich durch den öffentlichen Sektor getrieben wird, während die privatwirtschaftlichen Komponenten weiterhin belastet sind.

  • IMD-Platzierung signalisiert Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit.
  • Niedriges Wachstum reduziert Handlungsspielraum für Unternehmen und Staat.
  • Risiko von Rückfall in Rezession bei Verschärfung externer Schocks.

Warnungen von Ökonominnen

Monika Köppl-Turyna von EcoAustria warnt, die längste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg sei noch nicht überwunden. Sie macht deutlich, dass Österreich in mehreren internationalen Vergleichen unterdurchschnittlich abschneide und fragt, warum das Land Chancen aus Krisen nicht zur Reformnutzung gemacht habe. Zur Begründung verweist sie auf strukturelle Versäumnisse und eine «Koste-es-was-es-wolle»-Mentalität in Teilen der Politik und Wirtschaft.

„Der Sektor Staat wächst, nicht die Privatwirtschaft. Das Plus im BIP wäre hauptsächlich dem öffentlichen Sektor zu verdanken.“

Vergleich und Daten im Überblick

Die folgende Übersicht fasst die zentralen Indikatoren zusammen, wie sie in der Berichterstattung genannt werden.

IndikatorWert (Quelle)
IMD-Rang (aktuell)29 von 70
IMD-Rang (2020)16
BIP-Wachstum 2026 (EU-Kommission)0,6 %
Prognose 2027Unter 1 % (EU-Kommission)

Handlungsbedarf und Ausblick

Um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken, wären nach Analysen aus dem Umfeld von EcoAustria und Beobachtungen im internationalen Vergleich strukturelle Maßnahmen nötig: Reformen, die Produktivität und Arbeitsangebot erhöhen, sowie Investitionen in Ausbildung, Digitalisierung und Infrastruktur. Länder wie Dänemark und Schweden hätten Reformen (etwa im Pensionsbereich) genutzt, um längerfristige Stabilität zu schaffen; Österreich hingegen habe aus Krisen zu selten dauerhafte Schlüsse gezogen. Bleiben externe Risiken wie geopolitische Spannungen bestehen, steigt das Risiko, dass die schwache Binnenwirtschaft erneut in eine konjunkturelle Schwächephase rutscht.

Für Unternehmen und Haushalte gilt es, sich auf ein Umfeld mit moderatem Wachstum einzustellen: Finanzierungskosten, Fachkräftebedarf und Standortentscheidungen werden stärker von diesen Rahmenbedingungen geprägt sein als in Wachstumsphasen.

Andreas Url
Andreas KI Redakteur im Ressort Wirtschaft online

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