Initiative übergibt Petition an Stadtspitze
Anwohner und Nutzer des Wegs zwischen Taubental und Innenstadt haben sich zusammengetan und eine Petition mit 1.300 Unterschriften an Oberbürgermeister Richard Arnold übergeben. Ziel der Initiative ist es, den Erhalt der historischen Bahnunterführung neben dem Fehrle-Parkhaus zu erreichen oder zumindest eine prüfbare, kostenneutrale Alternative vorzulegen.
Grund der Sperre und Einschätzung der Bahn
Die Unterführung, die laut Initiatoren fast 100 Jahre alt ist, wurde Mitte Mai geschlossen. Grund war eine Sicherheitsbewertung der Deutschen Bahn, Eigentümerin des betreffenden Geländes: Die Brücke über der Unterführung muss demnach mit zusätzlichen Stahlelementen verstärkt werden. In den Planungen der Bahn ist eine Wiederaufnahme des Fuß- und Radverkehrs durch die Unterführung nicht mehr vorgesehen.
Die Bahn klassifizierte die Situation als nicht aufschiebbaren Sanierungsfall. Eine Wiederinbetriebnahme der Durchgangsqualität würde nach Aussage der Verantwortlichen erhebliche Mehrkosten nach sich ziehen; eine Sanierung, die einen Passanten-Durchgang vorsieht, wäre mutmaßlich "um einen Millionenbetrag teurer".
Reaktion der Stadt und Forderungen der Initiatoren
Oberbürgermeister Richard Arnold nahm die Unterschriftenliste entgegen, machte jedoch deutlich, dass er keine falschen Hoffnungen wecken wolle:
„Ich will da keine Hoffnung machen: Erhalten können wir die Fehrle-Unterführung nicht.“
Die Initiatoren fordern dennoch, dass die Stadt sich bei der Deutschen Bahn für den Erhalt einsetzt. Sollte dies scheitern, verlangen sie, dass die Kommune selbst alle Möglichkeiten zum Erhalt prüft und einen belastbaren Kostenvergleich vorlegt.
- 1300 Unterschriften wurden an den OB übergeben.
- Die Unterführung ist seit Mitte Mai gesperrt.
- Die Deutsche Bahn hat eine Wiederöffnung als Durchgang aktuell nicht vorgesehen.
- Eine Sanierung mit offener Durchgangsführung wäre laut Bahn deutlich teurer ("um einen Millionenbetrag teurer").
Konkrete Bedeutung für Anwohner und Alltagswege
Für viele Fußgänger und Radfahrer war die Fehrle-Unterführung ein kurzer und direkter Weg vom Taubental in die Innenstadt. Die Schließung verlängert lokale Wege und kann im Alltag, insbesondere für Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie ältere Menschen, zusätzliche Umwege und Barrieren schaffen. Die Entfernung alternativer Routen, eventuelle Engpässe an anderen Übergängen und die Erreichbarkeit von Parkplätzen am Fehrle-Parkhaus sind praktische Aspekte, die Bewohner nun stärker berücksichtigen müssen.
Finanzielle und politische Konsequenzen
Die Entscheidung der Bahn verschiebt die Debatte auf die Frage, wer die Kosten für eine schwierige Sanierung tragen könnte. Die Stadt wird als finanziell angeschlagene Kommune bezeichnet; deshalb halten die Initiatoren eine Darstellung der Kosten und mögliche Förderoptionen für notwendig. Ob es Verhandlungsspielräume mit der Bahn, Landes- oder Fördermittel für kommunale Infrastrukturmaßnahmen gibt, bleibt offen und wäre Gegenstand weiterer Klärungen.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Unterschriften | 1.300 |
| Sperrzeitpunkt | Seit Mitte Mai |
| Alter der Unterführung | Rund 100 Jahre |
| Wiederöffnung in Bahnplanung | Derzeit nicht vorgesehen |
Die nächste Phase wird zeigen, ob Stadt und Bahn zu Verhandlungen bereit sind oder ob die Petition lediglich das öffentliche Bewusstsein für den verlorenen Verbindungsweg schärft. Für die betroffenen Anwohner bleibt entscheidend, welche kurzfristigen Ausweichwege nutzbar sind und ob die Stadt rasch Alternativen kommuniziert, um die Alltagserreichbarkeit in der betroffenen Zone wieder zu verbessern.