Das ehemalige Kolpinghaus in Bargau wurde verkauft und soll künftig als "Bitzelhaus" weitergeführt werden. Neuer Träger ist der Förderverein für Bargau, der eigens für das Projekt einen Verein gegründet hat. Nach Angaben des Vereinsvorsitzenden Michael Disam soll die Einrichtung „ganz im Sinne von Kolping“ fortbestehen und als Treffpunkt für soziale, kulturelle und bildungsorientierte Angebote dienen.
Verein will Gemeinnützigkeit und Ehrenamtsarbeit sichern
Der Verkauf war in einer Mitgliederversammlung beschlossen worden: Von den 58 anwesenden Mitgliedern stimmten 95 Prozent für den Verkauf. Der bisherige Vorsitzende der Kolpingsfamilie Schwäbisch Gmünd, Dr. Uwe Beck, zeigte sich erleichtert und betonte die Sorgfalt bei der Auswahl des neuen Trägers.
„Ich bin froh, dass wir das Haus in so gute Hände geben können“, sagt Dr. Uwe Beck.
Die genaue Verkaufssumme wurde nicht genannt; laut Bericht gab es Interessenten, die „deutlich mehr bezahlt“ hätten. Die Entscheidung fiel jedoch bewusst zugunsten eines Konzeptes aus, das den gesellschaftlichen Auftrag und die Gemeinnützigkeit in den Vordergrund stellt.
Angebotsplan: Ehrenamtliche Basis, Kultur und Bildungsarbeit
Der Vorstand des Fördervereins beschreibt das Konzept als ehrenamtsbasiert. Geplant sind Angebote, die inhaltlich an das bisherige Kolpingangebot anknüpfen und darüber hinaus die Nutzung für unterschiedliche Zielgruppen öffnen. Geplant sind unter anderem:
- Seminare und Bildungsangebote
- Schulfreizeiten
- Angebote für Pilger, Radfahrer und Wanderer
- Kulturelle Veranstaltungen wie Alphornseminare oder musikalische Abende
Diese Ausrichtung soll zugleich die Voraussetzungen für die Gemeinnützigkeit des Trägervereins sichern.
Zeithorizont und nächste Schritte
Vor einer offiziellen Wiedereröffnung sind noch Sanierungsarbeiten geplant. Geplant ist, dass das Haus zunächst ab Anfang 2027 sonntags geöffnet wird. Konkrete Termine für die umfassendere Wiederinbetriebnahme wurden nicht genannt.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Neue Bezeichnung | Bitzelhaus |
| Neuer Träger | Förderverein für Bargau |
| Mitgliederversammlung | 58 Anwesende, 95 % Zustimmung |
| Erste Wiederöffnung | Anfang 2027 (zunächst sonntags) |
Für die Bevölkerung in Bargau und den umliegenden Gemeinden bedeutet der Erhalt des Hauses, dass ein etablierter Ort für Begegnung, Bildung und Kultur erhalten bleibt – wenn auch unter neuer Leitung. Für Ehrenamtliche aus Bargau und Nachbargemeinden eröffnet sich die Möglichkeit, bestehende Angebote weiterzuführen und neue Formate zu entwickeln. Für Nutzerinnen und Nutzer von Pilger-, Rad- und Wanderangeboten sowie Schulgruppen bleibt die Infrastruktur des Hauses künftig erhalten und soll sogar erweitert werden.
Offen bleibt die genaue Höhe der Investitionen für die Sanierung sowie ein detaillierter Zeitplan für die Wiederaufnahme aller bisherigen Angebote. Der neue Träger betont aber die Absicht, die Tradition des Hauses zu bewahren und zugleich die Gemeinnützigkeit sicherzustellen.