Volkshochschulen reagieren auf wachsende Nachfrage
Die Erwachsenenbildung rüstet auf: Die Volkshochschulen in mehreren Regionen haben ihre Programme für ältere Kursteilnehmer deutlich erweitert. Ein Auffälligkeitswert ist die Ankündigung der VHS Bielefeld, die ihr neues Semesterprogramm mit über 1.000 Kursen präsentierte – ein Indiz dafür, dass digitale Bildung für Ältere bundesweit stärker angeboten wird.
Von Smartphones bis Künstlicher Intelligenz
Die Palette reicht von einfachen Einsteigerkursen zum Umgang mit Smartphone und Internet bis hin zu spezialisierten Modulen zu Künstlicher Intelligenz (KI) und Schutz vor Online-Betrug. Beispiele aus den Regionen zeigen die Bandbreite: Die VHS Hofer Land plant im Herbst gezielte KI-Angebote für die Altersgruppe 50+, die VHS Göttingen bietet Kurse zu ChatGPT und Android-Systemen, und mehrere Einrichtungen legen bewusst Schwerpunkt auf Cybersicherheit.
Erprobte Praxismodelle und Ehrenamt
Erfolgreiche lokale Initiativen bilden den praktischen Unterbau dieser Entwicklung. Die Seniorenschule „EULE" in Recke arbeitet seit 25 Jahren mit Schülerinnen und Schülern des Fürstenberg-Gymnasiums zusammen und deckt vor allem Nachfrage nach digitalen Medien und Smartphone-Kursen ab. Das Projekt „Digitales Dorf" in der Hohen Börde, aktiv seit 2020, wurde im Rahmen des Bundesprogramms „DigitalPakt Alter" als einer von über 350 Erfahrungsorten ausgezeichnet. Solche Kooperationen verbinden Generationen und schaffen niedrigschwellige Lernorte.
Praxiselemente und Prävention
Prävention spielt eine wichtige Rolle: Verbraucherzentralen und Sicherheitsberater informieren über Maßnahmen gegen Fake-Shops, betrügerische Anrufe und andere Online-Betrugsformen. Ein konkretes Beispiel ist der Senioren Internet Treff in Friedrichshafen, der mit 18 Laptops und Windows 11 arbeitet und Cybersicherheits-Themen fest in sein Programm integriert.
- Grundkurse vermitteln Bedienkompetenz für Geräte und Betriebssysteme.
- Sicherheitsmodule lehren Erkennen und Vermeiden von Online-Betrug.
- KI-Workshops eröffnen Zugänge zu Chatbots und praktischen Anwendungen.
Was Eltern, Angehörige und Interessierte wissen sollten
Für Familienangehörige, die ältere Menschen unterstützen möchten, ist entscheidend zu wissen, dass Angebote sehr unterschiedlich sind: Kurzmodule, mehrtägige Kurse und niedrigschwellige Treffen existieren nebeneinander. Die VHS Dresden etwa gliedert ihr Programm von Notebook-Grundkursen bis zu digitaler Vorsorge, mehrtägige Fortbildungen können – je nach Einrichtung – rund 149 Euro kosten. Wer teilnehmen möchte, sollte folgende Schritte beachten:
- Programm der örtlichen VHS prüfen und Zielgruppe (Einsteiger, Fortgeschrittene) beachten.
- Auf Inhalte wie Online-Banking, Datenschutz und praktische Übungen achten.
- Bei Bedarf nach Förder- oder Ermäßigungsangeboten fragen (Seniorentarife, kommunale Projekte, Ehrenamtskurse).
Kurzüberblick: Beispiele und Zahlen
| Initiative | Merkmal |
|---|---|
| VHS Bielefeld | Semesterprogramm mit über 1.000 Kursen |
| Seniorenschule „EULE" | Kooperation Schule – Senioren, seit 25 Jahren |
| Digitales Dorf (Hohe Börde) | Seit 2020, ausgezeichnet im Rahmen des „DigitalPakt Alter" (über 350 Erfahrungsorte) |
| Senioren Internet Treff Friedrichshafen | Ausstattung: 18 Laptops, Betriebssystem: Windows 11 |
Die Ausweitung des Kursangebots ist ein wichtiger Schritt, um digitale Teilhabe für ältere Menschen zu sichern. Eltern und Angehörige können durch aktive Information und Begleitung den Einstieg erleichtern – vom einfachen Smartphone-Kurs bis zur Auseinandersetzung mit KI-Anwendungen und sicheren Online-Praktiken.