Verlängerte Förderung sichert 80‑Prozent‑Stelle, Kritik an Befristungen
Die Stadt Schwäbisch Gmünd kann ihre Arbeit im Bereich Leerstandsmanagement fortführen: Mit Mitteln aus dem Bundesprogramm BIWAQ ist nun die Finanzierung einer 80‑Prozent‑Stelle möglich. Die Anstellung soll weiterhin den Schwerpunkt auf die Vermittlung von Gewerbenutzungen und die Betreuung neuer Ladenkonzepte in der Innenstadt legen.
Wirtschaftsförderer Alexander Groll begrüßt zwar die Bewilligung, übt aber scharfe Kritik an der Praxis der wiederholten Befristungen und an der langen Bearbeitungszeit der Förderstelle. Für die Beschäftigten bedeute das eine dauerhafte Unsicherheit, für die städtische Arbeit eine Einschränkung in Kontinuität und Planungssicherheit.
„Als Leerstandsmanager ist man nicht von heute auf morgen einsatzbereit“,
so Groll. Er betont, dass Erfahrung und ein stabiles Netzwerk vor Ort entscheidend sind, um geeignete Nachnutzer für leerstehende Flächen zu gewinnen. Die Verzögerung beim Bescheid habe diese Kontinuität zusätzlich belastet: Die Förderanfrage war bereits im vergangenen Herbst gestellt worden, der positive Bescheid traf laut Rathaus erst am 26. Juni ein – nur wenige Tage vor dem Ablauf der bisherigen Förderperiode.
Konsequenzen für Beschäftigte und Stadt
Das Modell bewährter kurzer Anschlussförderungen führt nach Grolls Einschätzung zu zwei Problemen: erstens zu einer anhaltenden Verunsicherung der Beschäftigten, zweitens zu einem Risiko für langfristige Projekte, die gerade im Leerstandsmanagement Zeit und konstante Ansprechpartner erfordern. Aus Sicht der Stadt sei eine dauerhafte Übernahme der Kosten derzeit nicht möglich; der kommunale Haushalt biete dafür aktuell keine Spielräume.
Praktisch bedeutet die Bewilligung dennoch, dass die Stadt weiterhin aktiv auf potenzielle Gewerbetreibende zugehen und neu entstehende Ladenkonzepte begleiten kann. Für Hausbesitzer und Interessenten bleibt wichtig zu wissen, dass es weiterhin eine zentrale Anlaufstelle für Vermittlungsbemühungen gibt.
- Förderprogramm: BIWAQ (Bundesprogramm)
- Stellenumfang: 80 %
- Wartezeit auf Bescheid: Antrag im Herbst, Bescheid am 26. Juni
Was Betroffene jetzt wissen sollten
Für Gewerbeinteressierte, Immobilienbesitzer und Initiativen, die Ladenflächen neu besetzen wollen, bleibt das Leerstandsmanagement ein Ansprechpartner. Wegen der fortgesetzten Befristung sollten Beteiligte jedoch damit rechnen, dass Projekte, die auf längerfristige Begleitung angewiesen sind, schwierig zu planen sind. Wer konkrete Projekte hat, sollte daher frühzeitig das Gespräch mit der Wirtschaftsförderung suchen, um Übergangsfristen und mögliche Förderzeiträume zu klären.
| Aspekt | Stand |
|---|---|
| Fördergeber | BIWAQ (Bundesprogramm) |
| Stellenumfang | 80 % |
| Antrag gestellt | Herbst (vorangegangenes Jahr) |
| Bescheid ergangen | 26. Juni |
Insgesamt zeigt der Fall die Herausforderung vieler Kommunen: Ohne verlässliche, längerfristige Förderzusagen bleibt es schwierig, Personal dauerhaft zu binden und wirkungsvolle Innenstadt‑ und Belebungsprojekte auf Dauer zu tragen.