Auf den Straßen, nahe dem Strand oder auf der Flucht durch lichter Heide: In der südspanischen Provinz Almería hat ein rasch ausgebrochener Waldbrand mindestens 12 Tote gefordert. Die Feuerwalze erfasste bereits rund 6600 Hektar Wald- und Buschland und zwang knapp 1500 Menschen zur Evakuierung, darunter auch Touristinnen und Touristen.
Wie es zu der Tragödie kam
Das Feuer brach in der Gegend um die Gemeinden Los Gallardos und Bédar aus, etwa 70 Kilometer nordöstlich der Provinzhauptstadt Almería. Nach Berichten staatlicher Stellen sind rund 500 Einsatzkräfte vor Ort, die Lage hat sich zuletzt etwas beruhigt: gesteigerte Luftfeuchtigkeit und schwächere Winde haben die Löscharbeiten unterstützt, teilten die Einsatzleitungen mit. Dennoch bleiben einzelne Abschnitte schwierig zu bekämpfen.
Opfer, Evakuierungen, mögliche Ursachen
Viele der Toten wurden in der Nacht kurz nach Ausbruch des Feuers auf Straßen gefunden, offenbar beim Versuch zu fliehen. Nach Angaben der Behörden wählten einige Menschen eine falsche Fluchtroute und wurden von den Flammen eingeschlossen. Acht weitere Personen wurden schwer verletzt.
„Alles deutet darauf hin, dass es sich bei den Toten mehrheitlich – oder sogar ausnahmslos – um ausländische Staatsbürger handelt“
Der andalusische Katastrophenschutzminister Antonio Sanz nannte Hinweise darauf, dass unter den Opfern mehrere Briten und Belgier sein könnten; die Identifizierung gestalte sich jedoch schwierig. Dazu passt der Fund von vier Toten in einem Fahrzeug mit rechtsseitigem Lenkrad, ein Indiz für britische Staatsangehörigkeit. Als mögliche Brandursache wird eine defekte Stromleitung vermutet.
Konkrete Zahlen auf einen Blick
| Parameter | Stand |
|---|---|
| Todesopfer | 12 |
| Verbrannte Fläche | 6600 Hektar |
| Evakuierte Personen | 1500 |
| Einsatzkräfte vor Ort | 500 |
| Schwer verletzte | 8 |
Folgen für Tourismus und Region
Die Flammen loderten nahe beliebten Stränden wie der Playa de Mojácar. Ein Campingplatz musste geräumt werden, und zahlreiche Touristinnen und Touristen, vor allem aus Großbritannien, verließen die Region. Die Autobahn A7, die am Freitag teilweise gesperrt war, wurde inzwischen wieder freigegeben. Für die Menschen vor Ort bedeutet der Brandschaden nicht nur akute Gefahr: Infrastruktur, Lebensgrundlagen und touristische Angebote sind betroffen, die Wiederherstellung wird Zeit und Geld kosten.
Die Ermittlungen zur genauen Brandursache laufen; die Behörden stützen sich derzeit auf deutliche Indizien, doch die abschließende Identifizierung der Opfer und die Klärung des Hergangs bleiben offene Aufgaben. Für viele Angehörige und Betroffene hinterlässt das Ereignis tiefe Spuren.