Die Klinik Oberwart erweitert ihr diagnostisches Angebot: Erstmals wurde in der Einrichtung eine Kapselendoskopie erfolgreich durchgeführt. Das teilten die Landesverantwortlichen sowie die Primaria der neuen Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie mit. Für Patientinnen und Patienten im Bezirk Oberwart bedeutet das einen direkten Zugang zu einer modernen, schonenden Untersuchungsmethode vor Ort.
Wie funktioniert die Kapselendoskopie?
Bei der Kapselendoskopie schluckt die Patientin beziehungsweise der Patient eine kleine, mit einer Kamera ausgestattete Kapsel. Während sie den Verdauungstrakt durchläuft, fertigt die Kapsel mehrere tausend hochauflösende Bilder an, die anschließend von Fachärztinnen und Fachärzten ausgewertet werden. Das Verfahren eröffnet Einblicke in Dünndarmabschnitte, die bei üblichen Magen- oder Darmspiegelungen nicht oder nur eingeschränkt sichtbar sind.
Bedeutung für Diagnostik und Versorgung
Die Methode ist insbesondere dann angezeigt, wenn trotz zuvor durchgeführter Endoskopien keine Ursache für Beschwerden wie unerklärliche Blutungen oder chronischen Eisenmangel gefunden werden konnte. Ebenso liefert die Kapselendoskopie Hinweise bei der Abklärung von Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Malabsorptionssyndromen. Durch das neue Angebot in Oberwart verkürzen sich für Betroffene Wege und Wartezeiten, weil eine Überweisung in ein weiter entferntes Zentrum nicht zwingend notwendig ist.
- Erstmals durchgeführt: erfolgreiche Anwendung in der Klinik Oberwart
- Technik: Kapsel mit integrierter Kamera nimmt tausende Bilder auf
- Indikationen: unklare Blutungen, Eisenmangel, Abklärung bei Morbus Crohn
„Mit der Einführung des innovativen Verfahrens stehen Patientinnen und Patienten modernste diagnostische Möglichkeiten zur Abklärung von Erkrankungen des Dünndarms zur Verfügung“,
so Primaria Birgit Janisch in der Mitteilung. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil betonte im Zusammenhang mit dem neuen Angebot die gesundheitspolitische Absicht, die medizinische Versorgung im Burgenland auszubauen: „Wir investieren in moderne Medizin, weil die Burgenländerinnen und Burgenländer bestmöglich versorgt sein sollen.“
Was Patientinnen und Patienten wissen sollten
Die Untersuchung ist nicht-invasiv im Sinne eines operativen Eingriffs: Die Kapsel wird oral eingenommen und passiert den Verdauungstrakt auf natürliche Weise. Nach der Aufnahmephase werden die gespeicherten Bilder ausgewertet; die Kapsel selbst passiert den Körper in der Regel unauffällig. Konkrete Vorbereitungs- und Nachsorgehinweise gibt die Klinik individuell; Betroffene sollten sich vorab mit ihrer zuständigen Abteilung in Verbindung setzen, um Indikation, Ablauf und eventuelle Kontraindikationen zu besprechen.
| Leistung | Nutzen |
|---|---|
| Kapselendoskopie | Visualisierung schwer erreichbarer Dünndarmabschnitte; nicht-invasive Diagnostik |
Für den Bezirk Oberwart ist die Neuerung ein Schritt hin zu umfassenderer Versorgung vor Ort: Expertinnen und Experten der neu formierten Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie bauen damit das lokale Leistungsportfolio aus. Betroffene erhalten damit eine zusätzliche, schonende Alternative zu klassischen Magen- und Darmspiegelungen, die in manchen Fällen ergänzende oder entscheidende diagnostische Hinweise liefern kann.