Erster urbaner Testbetrieb in Österreich
In Klagenfurt ist ein technologischer Pilot gestartet, der die Arbeit von Verwaltung und Einsatzorganisationen grundlegend beschleunigen könnte: Mit „Digital Sky Austria“ werden vollautomatisierte Drohnenflüge im Stadtgebiet auf Bestellung durchgeführt. Die Landeshauptstadt ist damit nach vorliegenden Informationen die erste Kommune in Österreich, die ein derartiges System im urbanen Raum erprobt. Kern des Ansatzes: Geodaten werden bedarfsgerecht erhoben, automatisch ausgewertet und anschließend digital bereitgestellt – ohne Einzelbeauftragungen für jeden Flug und ohne eigenen Gerätepark bei den anfragenden Stellen.
So funktioniert die Abfrage
Die Buchung erfolgt über eine Online-Plattform mit ID-Austria-Verifizierung. Nach erfolgreicher Authentifizierung wird der gewünschte Auftrag ausgelöst; der Betreiber koordiniert den automatisierten Flug, holt die erforderlichen Genehmigungen bei der Austro Control ein und stellt die aufbereiteten Ergebnisse zur Verfügung. Im laufenden Pilot ist der Zugang auf die Stadtverwaltung und Blaulichtorganisationen beschränkt. Perspektivisch ist laut Projektankündigung eine Öffnung für Unternehmen vorgesehen, um den organisatorischen und finanziellen Aufwand für Datenbeschaffung weiter zu senken.
Standorte und Anwendungsfelder
Für den Testbetrieb wurden zwei Hubs eingerichtet. Von dort aus starten die Systeme automatisiert und kehren nach abgeschlossener Mission zurück. Die Finanzierung des Vorhabens erfolgt zu 100 % durch das Bundesministerium für Finanzen.
| Standort des Hubs | Gebäude | Nutzung im Pilotbetrieb |
|---|---|---|
| Klagenfurt | Dach der Kläranlage | Stadtverwaltung, Blaulichtorganisationen |
| Klagenfurt-Viktring | Dach des Gewerbeparks Viktring | Stadtverwaltung, Blaulichtorganisationen |
Die Anwendungsszenarien reichen von Raumplanung und Umweltschutz über Infrastruktur-Inspektionen bis zu Lagebildern in Krisenfällen. Gerade bei Wetterereignissen wie Starkregen können topografische Veränderungen oder potenzielle Gefährdungen schnell erfasst werden. Für den laufenden Planungs- und Baualltag wiederum sind präzise Kartierungen, Vermessungen und Fortschrittsdokumentationen entscheidende Grundlagen.
Einbindung in den digitalen Zwilling
Wesentlicher Baustein ist die Integration in bestehende IT-Systeme der Stadt. Nach Angaben der zuständigen Referentin werden die von den Drohnen erhobenen Daten in den bereits vorhandenen digitalen Zwilling eingearbeitet. Damit stehen aktuelle, georeferenzierte Informationen zentral zur Verfügung – ein Vorteil etwa bei raschen Abklärungen zu Bauflächen, Entsiegelungsprojekten oder der Evaluierung von Grünstrukturen.
„Es ist ein großer Schritt, den wir heute präsentieren dürfen. Klagenfurt wartet nicht auf die Zukunft, wir bauen sie einfach. Wir zeigen, wie eine moderne Stadt von heute funktionieren muss. Digital Sky Austria ist eine hervorragende Ergänzung zu unserem bereits bestehenden digitalen Zwilling, aktuelle Daten aus den Drohnenflügen können hier direkt eingearbeitet werden. Veränderungen im Stadtgebiet sind sofort sichtbar, man kann gezielter und effizienter gestalten und im Notfall auch rasch handeln“, erklärt die zuständige Referentin Stadträtin Constance Mochar.
Was das für Klagenfurt konkret bedeutet
Für die Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt kann das Projekt mehrere unmittelbare Effekte haben: schnellere Entscheidungsprozesse bei Projekten im öffentlichen Raum, verbesserte Lageeinschätzungen in Einsatzsituationen und ein transparenterer Datenfluss zwischen städtischen Stellen. Weil Analysen nicht erst extern beauftragt und manuell zusammengeführt werden müssen, fallen Wartezeiten für Bestandsaufnahmen geringer aus. Das erleichtert etwa Abstimmungen zu Baustellen, Verkehrsführungen oder Begrünungsmaßnahmen – Themen, die den Alltag in Klagenfurt direkt berühren.
Nächste Schritte und Ausblick
Der Pilotbetrieb dient der technischen und organisatorischen Erprobung. Er adressiert Fragen wie die Eignung der Startpunkte, die Qualität der erzeugten Geodaten und die Einbindung in Verwaltungsprozesse. Der geplante nächste Schritt ist – vorbehaltlich der Erprobungsergebnisse – die Ausweitung des Nutzerkreises. Dabei bleibt zentral, dass Genehmigungen und Flugsicherheit über etablierte Verfahren abgewickelt werden. Für Klagenfurt ergibt sich die Chance, datengetriebene Stadtdienstleistungen weiter auszubauen und Entscheidungen auf eine aktuellere Informationsbasis zu stellen.
- Automatisierte Drohnenflüge liefern Geodaten on demand für Verwaltung und Einsatzkräfte.
- Zwei Hubs in Klagenfurt sind für den Pilot aktiviert; Finanzierung durch das Finanzministerium.
- Integration in den digitalen Zwilling ermöglicht schnellere, fundierte Entscheidungen.