In der konstituierenden Sitzung des Grazer Gemeinderats ist Elke Kahr (KPÖ) am Donnerstag erneut zur Bürgermeisterin gewählt worden. Bei der Abstimmung entfielen 40 von 48 Stimmen auf Kahr; damit wurde sie formell in ihr Amt als Stadtoberhaupt bestätigt. Die Stimmabgabe war um 11.11 Uhr ausgezählt, kurz darauf legte Kahr den Amtseid ab.
Parteipolitische Unterstützer und Gegner
Für die Wahl Kahrs stimmten die Fraktionen der KPÖ, der Grünen, der SPÖ und überraschenderweise auch die ÖVP. FPÖ und NEOS verweigerten ihre Unterstützung. Bei der Wahl zum Vizebürgermeister scheiterte Kurt Hohensinner (ÖVP).
- Gewählte Bürgermeisterin: Elke Kahr (KPÖ) – 40 von 48 Stimmen
- Unterstützende Parteien: KPÖ, Grüne, SPÖ, ÖVP
- Gegenstimmen/Enthaltungen: FPÖ, NEOS
Aussagen aus der Sitzung
Kahr rückte in ihren kurzen Äußerungen den Anspruch auf Teamarbeit in den Mittelpunkt: Sie betonte die Bedeutung eines respektvollen Miteinanders in der Stadtregierung und lehnte eine Aufteilung von Ressorts auf Teilzeitstadträte ab, da alle Parteien wichtige Verantwortungsbereiche innehätten. Die ÖVP bezeichnete ihre Zustimmung nicht als pauschalen Freibrief; Parteichef Kurt Hohensinner machte deutlich, dass man die Unterstützung nicht als automatische Übertragung eines Mandats an einen Nachfolger verstehe und für eine andere Politik eintreten wolle.
„Ich gelobe!“
Aus den Reihen der Grünen mahnte Judith Schwentner eine pragmatische Zusammenarbeit ohne taktische Spielchen an; die SPÖ, vertreten durch Daniela Schlüsselberger, verwies darauf, die neue Koalition künftighin am Budget zu messen und bekannte sich zugleich zur Kenntnis des Schuldenstands der Stadt.
Was die Entscheidung für Graz bedeutet
Die Bestätigung Kahrs bedeutet Kontinuität in der Leitung der Stadt Graz. Für die Bevölkerung sind dabei konkrete Fragen relevant: Wie wird die Zusammenarbeit der vier unterstützenden Fraktionen bei Haushaltsentscheidungen funktionieren? In welchen Bereichen – etwa Wohnen, Soziales oder Infrastruktur – werden sich rasche Beschlüsse abzeichnen? Die Ankündigung, die Koalition am Budget zu messen, legt nahe, dass besonders finanzpolitische Weichenstellungen in den kommenden Monaten auf die Probe gestellt werden.
| Element | Fakt |
|---|---|
| Stimmen für Kahr | 40 von 48 |
| Unterstützende Parteien | KPÖ, Grüne, SPÖ, ÖVP |
| Gegenstimmen | FPÖ, NEOS |
Für die Grazerinnen und Grazer bleibt in den kommenden Wochen zu beobachten, wie die vereinbarte Zusammenarbeit in konkrete politische Maßnahmen mündet — vor allem im Hinblick auf Budgetentscheidungen, Wohnpolitik und städtische Dienstleistungen. Die klare Mehrheit im Gemeinderat verschafft der Bürgermeisterin zwar Handlungsspielraum, doch gleichzeitig kündigten Unterstützer und Kritiker an, die Regierung künftig an Ergebnissen zu messen.
Korrespondenz: Michael Ebner