Praktische Umwelterziehung im Alltag
Im Kindergarten Schärding erleben Kinder seit April 2026 die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft unmittelbar: Eine übernommene Wurmkiste wird täglich mit Bioabfällen aus Jause und Mittagessen gefüttert. Was im Alltag vieler Familien als Abfall endet, wird hier zur Ressource — und zwar sichtbar und greifbar für die Kinder.
Vom Bananenschalen-Buffet zum Wurmhumus
In der Wurmkiste landen täglich Bananenschalen, Apfelreste, Paprikastrünke und Kaffeesatz. Besonders beliebt bei den Kompostbewohnern sind zerrissene Kartonstücke von leeren Klopapierrollen, die die Kinder als „Futter“ vorbereiten und mit Begeisterung einbringen. Ende Juni 2026 ernteten die Kinder erstmals drei volle Kübel nährstoffreichen Wurmhumus.
- Start der Wurmkiste: April 2026
- Erste Ernte: Ende Juni 2026 — drei Kübel Wurmhumus
- Verwendung: Einbringen in das kindergarteneigene Hochbeet, Pflanzung von Basilikum
Humus vor Ort: WurmVase und Hochbeet
Das geerntete «schwarze Gold» wurde unmittelbar im Kindergarten verwendet: Gemeinsam pflanzten die Kinder frischen Basilikum in das Hochbeet ein. Zusätzlich wurde eine sogenannte WurmVase ins Kräuterbeet gesetzt — eine Handvoll Würmer verwandelt dort Biomüll direkt am Standort in Humus. Die Tiere leben frei im Beet, lockern den Boden und verbessern so dauerhaft die Bodenstruktur.
Organisation und Förderhinweis
Die Wurmkiste hatte das Team des Kindergartens vom Büro der Landesgartenschau übernommen und in den Alltag der Einrichtung integriert. Nach der Ernte erhielt die Kiste einen zentraleren Standort im Kindergarten, um die Lernwirkung und die Beobachtungsmöglichkeiten für die Kinder zu erhöhen. Für andere Bildungseinrichtungen, die ähnliche Angebote planen, gibt es Fördermöglichkeiten; Ansprechpartner ist das Projekt unter office@wurmkiste.at.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| April 2026 | Übernahme und Start der Wurmkiste |
| Ende Juni 2026 | Erste Ernte: drei Kübel Wurmhumus |
Was das Projekt für Schärding bedeutet
Das Projekt verbindet Umweltbildung mit praktischer Nachhaltigkeit: Kinder lernen Wertschätzung für organische Abfälle, beobachten biologische Prozesse und sehen konkret, wie Ressourcen im eigenen Umfeld wiederverwendet werden können. Für Familien im Bezirk bedeutet das eine frühe Sensibilisierung für Mülltrennung und Kreislaufwirtschaft; für Bildungsträger ist das Projekt ein Modell, das sich mit überschaubarem Aufwand in den Alltag integrieren lässt.
Die sichtbaren Ergebnisse — ein belebtes Hochbeet, gesunde Kräuter und die Freude der Kinder beim Gärtnern — sprechen für den pädagogischen Nutzen. Einrichtungen, die sich informieren oder Unterstützung suchen, können sich an die genannten Förderstellen wenden.