Die andauernde Hitzeperiode und das Ausbleiben signifikanter Niederschläge setzen den Gewässern im Bezirk Schärding deutlich zu. Sowohl Inn als auch Donau und der kleinräumige Kösslbach im Sauwald führen derzeit deutlich geringere Wassermengen als üblich. Betroffen sind nicht nur Ökosysteme, sondern auch bäuerliche Betriebe, Fischer und Bereiche der regionalen Schifffahrt.
Wasserknappheit im Kösslbachtal trifft Landwirtschaft und Fischbestand
Im Kösslbachtal bei Kneiding ist die Situation nach Angaben aus der Region dramatisch: Der Bach führt derzeit nur noch einen Bruchteil seiner gewohnten Wassermenge. Entlang der Anrainergemeinden Münzkirchen, Esternberg und Schardenberg entnehmen zahlreiche Landwirte Wasser aus dem Bach, um ihre Tiere zu versorgen. Für viele bäuerliche Betriebe ist dies in der aktuellen Trockenperiode oft die einzige Möglichkeit, ausreichend Trinkwasser für das Vieh bereitzustellen.
Die intensive Entnahme hat jedoch negative Folgen für die aquatischen Lebensräume: Mit sinkendem Wasserstand verkleinern sich die verfügbaren Rückzugs- und Laichräume und das flache Wasser erwärmt sich schneller. Dadurch kann der Sauerstoffgehalt sinken, was insbesondere für Forellen und andere heimische Fischarten das Überleben zunehmend erschwert.
"Hat mit Klimawandel nichts zu tun"
Als Zeitzeuge der Region wird der 76-jährige Sepp „Joe“ Zauner aus Kneiding genannt. Er betreibt ein historisches venezianisches Sägewerk im Sauwald, das noch mit Wasserkraft arbeitet und die Entwicklung des Kösslbachs lange verfolgt hat. Seine Beobachtungen spiegeln die Sorgen in der Bevölkerung über die Veränderungen an kleinen Gewässern wider.
Auswirkungen auf Fischerei, Landwirtschaft und Schifffahrt
Die Folgen der Trockenheit sind vielfältig: Landwirte kämpfen um die Versorgung ihres Viehs; Fischer sehen ihre Bestände unter Druck; und für die Schifffahrt ergibt sich eine differenzierte Lage. Während am Inn durch den Betrieb eines Kraftwerks der Schiffsverkehr bisher weiter möglich ist, sind die kleineren Gewässer wie der Kösslbach ökologisch besonders gefährdet.
- Betroffene Gewässer: Inn, Donau, Kösslbach
- Betroffene Bereiche: Landwirtschaft (Trinkwasserversorgung für Tiere), Fischbestand (geringere Lebensräume, niedrigerer Sauerstoffgehalt), Schifffahrt (am Inn stabil wegen Kraftwerk)
- Regionale Orte mit direktem Bezug: Kneiding, Münzkirchen, Esternberg, Schardenberg
| Gewässer | aktuelle Problematik |
|---|---|
| Inn | reduzierter Wasserstand, Schifffahrt bislang durch Kraftwerksbetrieb möglich |
| Donau | ebenfalls niedrigere Wasserstände beobachtet |
| Kösslbach | deutlich verringerte Durchflussmenge; Entnahmen durch Landwirte; Gefährdung von Fischen |
Für Bewohner:innen und Betriebe im Bezirk Schärding bedeuten diese Veränderungen handfeste Alltagseffekte: zusätzliche Maßnahmen zur Wasserversorgung von Nutztieren, mögliche Einschränkungen für die regionale Fischerei und ein erhöhtes Augenmerk auf die Qualität und Temperatur kleiner Gewässer. Die Entwicklungen im Sauwald zeigen, wie lokal stark ausgeprägt solche Effekte sein können, auch wenn große Flüsse wie Inn und Donau durch technische Eingriffe teilweise stabilisiert werden können.
Die Situation bleibt aufmerksam zu beobachten, insbesondere, weil kleinräumige Gewässer wie der Kösslbach für die Biodiversität vor Ort wichtig sind. Langfristige Entscheidungen auf kommunaler oder regionaler Ebene – etwa zu Wassernutzungsrechten, Schutzmaßnahmen für Fischbestände oder Unterstützung für betroffene Landwirte – könnten für die Gemeinden im Bezirk Schärding in den kommenden Wochen und Monaten von Bedeutung sein.