Im Bezirk Schärding haben zwei Jäger einen neuen Bildungsweg für Funktionärinnen und Funktionäre in der Jagd erfolgreich durchlaufen. Sebastian Moser-Hofer und Patrick Karigl gehörten zu den 27 Teilnehmenden des Pilotlehrgangs des Oberösterreichischen Landesjagdverbandes, dessen Zertifikatsverleihung im Jagdschloss Hohenbrunn stattfand.
Schwerpunkte: Praxis, Kommunikation und Führung
Der Lehrgang verfolgt laut Angaben des Verbandes das Ziel, das Funktionärswesen in der Jagd langfristig zu stärken. Vermittelt wurden fachliche und organisatorische Inhalte wie Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, Jagdbetrieb, Jagdrecht und Teamleitung. Ein zentrales Merkmal des Kurses war die praktische Ausrichtung: Alle Absolventinnen und Absolventen entwickelten ein eigenes Projekt, das lokale Relevanz hat und konkrete Maßnahmen anstößt.
Projekte mit lokaler Tragweite
Die beiden Schärdinger Absolventen setzten auf unterschiedliche, aber komplementäre Ansätze:
- Sebastian Moser-Hofer widmete sein Projekt dem Rebhuhn im Sauwald und damit dem Schutz einer in der Region stark gefährdeten Wildart.
- Patrick Karigl erarbeitete einen „Jagdlichen Lehrpfad“, der die Aufgaben und Leistungen der Jagd für die Bevölkerung anschaulich darstellen soll.
| Teilnehmer | Projekt |
|---|---|
| Sebastian Moser-Hofer | Rebhuhn (Schutz & Förderung im Sauwald) |
| Patrick Karigl | Jagdlicher Lehrpfad (Öffentlichkeitsarbeit) |
Beteiligung im Bezirksjagdausschuss
Beide Absolventen sind bereits im Bezirksjagdausschuss Schärding aktiv und sollen ihr erworbenes Wissen dort in die Weiterentwicklung des Jagdwesens einbringen. Für den Bezirk bedeutet das einen direkten Transfer von Ausbildung in praktische Arbeit vor Ort: Schutzmaßnahmen für das Rebhuhn können konkrete Feldmaßnahmen und Kooperationen mit Grundeigentümern und Naturschutzorganisationen nach sich ziehen; ein Lehrpfad kann die Akzeptanz der Jagd in der Bevölkerung erhöhen und Informationsdefizite abbauen.
„Nur mit dem richtigen Wissen und der notwendigen Kompetenz wird sich die Jagd in die richtige Richtung entwickeln. Ich freue mich, dass sich immer mehr Jägerinnen und Jäger freiwillig weiterbilden und Verantwortung für die Zukunft unserer Jagd übernehmen.“ — Bezirksjägermeister Alois Selker
Die Ausbildung gilt als österreichweit einzigartiger Pilotlehrgang. Im Bezirk Schärding ist die verstärkte Weiterbildung der Jägerschaft aus Sicht der Bezirksleitung ein Schritt, um Jagd, Naturschutz und Öffentlichkeitsarbeit stärker zu verzahnen. Für Bürgerinnen und Bürger kann dies zu verbesserter Information über jagdliche Aufgaben sowie konkreten Schutzmaßnahmen für bedrohte Arten führen.
Wichtig für Interessierte: Wer sich über lokale Projekte wie den Schutz des Rebhuhns oder den jagdlichen Lehrpfad informieren möchte, kann sich an den Bezirksjagdausschuss Schärding wenden. Dort sollen die Absolventen ihre Kenntnisse in die Praxis umsetzen und mit lokalen Akteurinnen und Akteuren zusammenarbeiten.