Umfrage bringt klare Signale für Betriebe
Eine aktuelle Befragung des Steirischen Vulkanlandes zeigt deutlich, dass Praktika für Jugendliche in der Südoststeiermark weit mehr sind als kurzfristige Ferienjobs. An der Erhebung nahmen insgesamt 493 Jugendliche teil, rund 79 Prozent davon stammen aus dem Bezirk Südoststeiermark. Die Daten liefern konkrete Hinweise, wie Unternehmen vor Ort Praktika gestalten können, um junge Talente besser zu erreichen und langfristig zu binden.
Was Jugendliche wollen
Die Auswertung macht zwei Prioritäten sichtbar: Für 96 Prozent der Befragten ist es wichtig, bereits während der Schulzeit berufliche Erfahrung zu sammeln. Fast neun von zehn Jugendlichen haben bereits Praxiserfahrung – häufig durch Schnuppertage, Pflichtpraktika oder Ferialjobs. Zwar spielt das Einkommen eine Rolle (für 55 Prozent ein wichtiger Grund), doch fast ebenso wichtig ist die berufliche Orientierung: Junge Menschen wollen herausfinden, welche Tätigkeiten ihnen liegen und wo sie sich ihre Zukunft vorstellen können.
„Die Umfrage zeigt ein erfreuliches Bild: Junge Menschen wollen arbeiten, Neues lernen und herausfinden, welcher Beruf zu ihnen passt.“
Konsequenzen für regionale Arbeitgeber
Für Betriebe in der Region ergibt sich daraus eine doppelte Chance: Durch gut gestaltete Praktika können sie früh Talente kennenlernen und gleichzeitig einen Beitrag zur eigenen Fachkräftesicherung leisten. Praktika sollten daher mehr bieten als reine Arbeitsleistung: Orientierung, sinnvolle Aufgaben, Betreuung und Wertschätzung sind zentrale Erwartungen der Jugendlichen.
- Frühzeitige Einbindung: Jugendliche möchten echte Einblicke in Arbeitsabläufe erhalten.
- Betreuung und Feedback: Wertschätzung und Anleitung stehen hoch im Kurs.
- Langfristige Perspektive: Gelingende Praktika können Wege in dauerhafte Beschäftigung eröffnen.
Praktische Hinweise für Betriebe
Die Umfrageergebnisse legen nahe, Praktikumsangebote gezielt zu strukturieren: klare Aufgaben, Mentorinnen und Mentoren, begleitende Reflexion sowie Informationen über mögliche Karrierewege im Betrieb. Solche Maßnahmen erhöhen nicht nur die Zufriedenheit der Jugendlichen, sondern verbessern auch die Chance, Fachkräfte in der Region zu halten.
Bedeutung für den Bezirk
Vor dem Hintergrund des bestehenden Fachkräftemangels hat die Region mit der beschriebenen Haltung der Jugendlichen ein wichtiges Instrument in der Hand. Die Zahlen zeigen, dass Praktika nicht nur kurzfristig helfen, sondern als Teil einer langfristigen Strategie zur Nachwuchssicherung genutzt werden können. Für junge Menschen bieten sich dadurch bessere Orientierungsmöglichkeiten, für Unternehmen die Möglichkeit, passenden Nachwuchs frühzeitig zu erkennen und zu fördern.
| Aspekt | Ergebnis (Umfrage) |
|---|---|
| Teilnehmer insgesamt | 493 |
| Anteil aus Südoststeiermark | 79 % |
| Bedeutung von Berufserfahrung | 96 % |
| Geld als wichtiger Grund | 55 % |
Die erhobenen Daten bieten Arbeitgebern in der Südoststeiermark eine solide Grundlage, um Praktikumsangebote anzupassen und dadurch langfristig Fachkräfte zu sichern. Die klare Präferenz Jugendlicher für Orientierung und Lernmöglichkeiten sollte dabei Leitlinie für die Gestaltung von Praktika sein.