Feldbach. Freiwillige Kennzeichnung als Qualitätsversprechen
Im Steirischen Vulkanland geben immer mehr Gastwirte auf ihren Karten Auskunft über die Herkunft der verwendeten Lebensmittel. Vertreter aus Politik und Landwirtschaft werten diese Praxis als klares Bekenntnis zur Regionalität, zu mehr Transparenz für Gäste und zur Stärkung der lokalen Wertschöpfung.
Vorzeige-Betriebe und direkte Lieferbeziehungen
Als konkretes Beispiel wird der Fleischhof Raabtal genannt: Betriebe, die mit dem Hof zusammenarbeiten, beziehen dauerhaft Fleisch von dort. Ein angeführtes Lokal ist Pfeilers Bürgerstüberl, das seit Bestehen des Fleischhofs dessen Produkte nutzt. Die Betreiberin des Hauses, Ella Pfeiler, wird als Seniorchefin genannt. Solche Lieferbeziehungen zeigen, wie sich Herkunftsangaben praktisch umsetzen lassen.
„Alle sagen, es geht nicht, aber im Vulkanland zeigen wir, dass es geht“,
so Johann Kaufmann vom Fleischhof Raabtal, der die positiven Beispiele hervorhebt.
Politische und landwirtschaftliche Bewertung
Landtagsabgeordneter Franz Fartek bezeichnet die Kennzeichnung auf Speisekarten nicht als bloße Formalität, sondern als eine regionalpolitische Notwendigkeit. Die Region habe sich über Jahrzehnte als Standort hochwertiger Kulinarik und verantwortungsvoller Lebensmittelproduktion etabliert; dieses Qualitätsmerkmal solle für Gäste sichtbar bleiben.
Franz Uller, Obmann der Landwirtschaftskammer und des südoststeirischen Bauernbundes, fordert vergleichbare Transparenz für Lebensmittel wie sie bei Weinen üblich ist: Während Weinlisten oft detaillierte Angaben zur Herkunft und zum Produzenten enthielten, fehle diese Praxis bei vielen Speisekarten noch.
Praktische Bedeutung für Konsumenten und Betriebe
- Konsumenten erhalten bessere Orientierung bei Qualität und Herkunft.
- Betriebe können ihre regionale Lieferkette hervorheben und Vertrauen schaffen.
- Regionale Produzentinnen und Produzenten profitieren von erhöhter Nachfrage und Sichtbarkeit.
Für Gäste im Bezirk Südoststeiermark bedeutet die Kennzeichnung konkret: Sie können zukünftig bewusster wählen, ob sie Produkte aus der unmittelbaren Umgebung unterstützen wollen. Für Gastronomiebetriebe besteht die Chance, sich über Transparenz vom Wettbewerb zu differenzieren.
Übersicht: Beteiligte Akteure
| Akteur | Rolle |
|---|---|
| Fleischhof Raabtal | Regionale Lieferquelle, vertreten durch Johann Kaufmann |
| Pfeilers Bürgerstüberl | Gastronomiebetrieb mit direkter Beziehung zum Fleischhof |
| Franz Fartek | Landtagsabgeordneter, betont politische Relevanz |
| Franz Uller | Obmann Landwirtschaftskammer / Bauernbund, fordert gleiche Gewichtung wie bei Wein |
Die Initiative im Vulkanland liefert ein lokales Praxisbeispiel dafür, wie freiwillige Herkunftskennzeichnung funktionieren kann. Ob daraus mittelfristig breitere Verpflichtungen oder weitere freiwillige Standards entstehen, bleibt abzuwarten. Für die Menschen im Bezirk ist die Entwicklung jedoch unmittelbar spürbar: mehr Transparenz, mehr regionale Wertschöpfung und eine stärkere Verbindung zwischen Produzentinnen, Wirten und Gästen.