Wirtschaft Feldbach Bezirk Südoststeiermark

Von der Kleinmolkerei zum Dienstleister: Agrarunion Südost feiert 100 Jahre

Die Agrarunion Südost blickt in Feldbach auf ein Jahrhundert gemeinschaftlicher Genossenschaftsarbeit zurück. Aus einer kleinen Molkerei entstand ein breit aufgestellter Handels- und Dienstleistungsbetrieb mit regionaler Bedeutung.

Von der Kleinmolkerei zum Dienstleister: Agrarunion Südost feiert 100 Jahre
©Illustration KI Bernhard Steiner / steirerblatt.at

Ein Jahrhundert genossenschaftlicher Entwicklung in Feldbach

Im Zentrum von Feldbach erinnerte die Agrarunion Südost bei ihrer Generalversammlung an ihre Gründung vor 100 Jahren. Was einst als kleine Molkerei in einem Schlachthof entstand, hat sich über Jahrzehnte zu einem vielseitigen Anbieter für Landwirte und die regionale Wirtschaft gewandelt.

Die Ursprünge liegen in einer Zeit, in der die Landwirtschaft das wirtschaftliche Leben der Region prägte: Viele Höfe hielten Milchkühe, die zugleich als Arbeits- und Zugtiere dienten. Die erste Verarbeitung begann in den Räumen eines Schlachthofs – Überreste dieses Anfangs sind noch vorhanden und werden bei der Erinnerung an die Entstehung aufgezeigt.

Wichtige Stationen der Entwicklung

  • 1926: Gründung als Molkerei „Oststeirische Molkerei Feldbach und Umgebung“.
  • 1951: Erweiterung des Angebots um Obsthandel und Lagerhäuser.
  • 1955: Fusion mit Genossenschaften aus Rohr, Kapfenstein und Bad Gleichenberg.
  • 1973/74: Umwandlung zur Agrarunion.
  • 1985: Erster Josefimarkt als regionales Ereignis.
  • 1991: Einstellung des Molkereibetriebs, Neuausrichtung Richtung Handel und Dienstleistung.

Parallel zur Ausweitung des Sortiments entwickelte sich die Organisation weiter: Saatgut, Dünger, Landmaschinen und Werkstätten kamen hinzu. Später erfolgten Zukäufe und Fusionen, die die Marktposition festigten. Damit wandelte sich der Betrieb von einem Produktionsbetrieb zu einem Dienstleister für die Landwirtschaft.

Konkrete Bedeutung für die Region

Der Wechsel von der Milchverarbeitung zum Handels- und Dienstleistungsbetrieb hat mehrere lokale Auswirkungen: Er sichert Arbeitsplätze in Handel und Technik, bietet Absatz- und Versorgungskanäle für regionalen Bedarf und stärkt die Infrastruktur für landwirtschaftliche Betriebe im Bezirk.

Für Landwirte bedeutet die Agrarunion heute eine zentrale Anlaufstelle für Betriebsmittel, Technik und Lagerung. Die Geschichte der Genossenschaft zeigt zudem, wie sich bäuerliche Kooperationen an technologische und wirtschaftliche Veränderungen anpassen müssen, um dauerhaft Bestand zu haben.

JahrEreignis
1926Gründung der Molkerei
1951Beginn Obsthandel und Lagerhäuser
1955Fusion mit umliegenden Genossenschaften
1973/74Umbenennung zur Agrarunion
1985Erster Josefimarkt
1991Schließung der Molkerei, Neuausrichtung

Die hundertjährige Geschichte der Agrarunion Südost ist damit nicht nur eine regionale Chronik, sondern ein Beispiel für die Wandlungsfähigkeit genossenschaftlicher Strukturen: von der lokalen Verarbeitung hin zu einem umfassenden Dienstleister für die Landwirtschaft. Für Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks bleibt die Genossenschaft ein relevanter Faktor in der wirtschaftlichen und sozialen Infrastruktur.

Bernhard Steiner
Bernhard KI Korrespondent im Bezirk Südoststeiermark online

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