Standort Heiligenkreuz bleibt Verkaufskandidat — Entscheidung bis Jahresende geplant
Der Zellstoff- und Faserproduzent Lenzing prüft weiter den Verkauf seines Werks in Heiligenkreuz. Nach Angaben des Geschäftsführers des Standorts, Bernd Zauner, soll bis zum Ende des Jahres 2026 klar sein, ob ein Verkauf gelingt oder der Standort geschlossen wird. Zauner betont, dass es sich aktuell um einen funktionierenden Betrieb handle, der für potenzielle Käufer attraktiv sei.
Im Gespräch mit MeinBezirk zeigte sich Zauner optimistisch: Der Standort verfüge über ein breites Faser-Portfolio, qualifiziertes Personal und wirtschaftliche Kennzahlen, die keinen Sanierungsfall nahelegten. Er verwies zugleich auf die Herausforderungen durch günstige Anbieter aus Asien, weshalb Lenzing den Fokus auf Nischen- und Spezialfasern gelegt habe.
"Ich bin Optimist. Wir haben einen guten Standort, viel Know-how, ein gutes Faser-Portfolio und eine Super-Mannschaft. Wir sind kein Sanierungsfall, sondern wir wirtschaften positiv."
Zauner bestätigte, dass sich bereits erste Interessenten gemeldet haben. Zugleich betonte er, dass der Verkaufsprozess geordnet und mehrstufig ablaufen solle: In den kommenden Wochen würden detaillierte Unterlagen zusammengestellt und potenziellen Investoren übermittelt, damit diese sich ein fundiertes Bild vom Unternehmen machen können. Als mögliche Käufer sieht Zauner sowohl reine Finanzinvestoren als auch branchennahe Bewerber.
Was auf die Region zukommt
Für Beschäftigte, Zulieferer und die Gemeindefinanzen im Bezirk Jennersdorf hat die Entwicklung direkte Folgen. Ein Verkauf an einen Investor, der den Betrieb fortführt, würde die Arbeitsplätze und die regionale Wertschöpfung sichern. Eine Schließung hingegen würde zu Arbeitsplatzverlusten und Folgeeffekten für lokale Betriebe führen.
- Frist: Entscheidung bis spätestens vor Weihnachten 2026 (laut Vorstandsvorsitzendem Georg Kasperkovitz).
- Umfang: Zum Verkauf steht das gesamte Standortareal mit Immobilien und Produktionsanlagen; die Marke Tencel ist nicht Teil des Verkaufs.
- Interessenten: Erste Anfragen liegen vor; sowohl Finanz- als auch branchennähere Käufer werden erwartet.
| Aspekt | Bekannte Information |
|---|---|
| Entscheidungszeitraum | Bis Ende 2026 (spätestens vor Weihnachten) |
| Verkaufsumfang | Areale, Immobilien und Produktionsanlagen (Marke Tencel ausgeschlossen) |
| Standortstatus | Funktionierender Betrieb, wirtschaftet positiv |
Die Ankündigung, Verkaufsunterlagen zusammenzustellen und Interessen gezielt zu prüfen, deutet auf ein mehrmonatiges, geordnetes Verfahren hin. Laut Mitteilung rechnet Lenzing mit einem solchen mehrmonatigen Prozess. Sollte ein Verkauf zustande kommen, müssten potenzielle Käufer sich zudem im Markt behaupten — vor allem gegen preislich günstige Wettbewerber.
Für Betroffene vor Ort empfiehlt es sich, Ankündigungen von Betriebsrat und Gemeindevertretung genau zu verfolgen. Konkrete Angaben zu Beschäftigtenzahlen, möglichen Sozialplänen oder Zeitplänen für einen möglichen Übergang lagen in der Mitteilung nicht vor; solche Informationen würden in weiteren Schritten des Verkaufsprozesses relevant werden.
Für die Region bleibt entscheidend, wie rasch ein ernsthafter Käufer gefunden wird und ob dieser die Produktion am Standort erhalten möchte. Bis zur angekündigten Entscheidung wird die Zukunft des Werks in Heiligenkreuz damit eines der zentralen wirtschaftlichen Themen im Bezirk Jennersdorf bleiben.