Hitzeinseln in Feldbach: Messungen machen Problem sichtbar
Im Rahmen des Projekts „Hitzeinseln Feldbach“ wurden im Stadtgebiet der Bezirkshauptstadt Messungen durchgeführt, die deutliche Problemlagen offenbaren: Auf den Fallschutzmatten eines zentralen Spielplatzes wurden Oberflächentemperaturen von bis zu 70 °C festgestellt, der Hauptplatz erreichte Spitzenwerte von bis zu 65 °C. Die Untersuchung steht unter Leitung der Energieberatungsagentur LEA und wird von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) unterstützt.
Die Befunde sind belastbar und für die Beurteilung der Aufenthaltsqualität in öffentlichen Räumen zentral. Stark aufheizbare Oberflächen erhöhen das Risiko von Verbrennungen bei Kinder und erschweren die Nutzung von Freiräumen an heißen Tagen. Zugleich sind solche heißen Flächen ein Indikator für eine mangelnde städtische Klimaanpassung.
Projektziel: Hitze senken und Regen sinnvoll nutzen
Die Projektverantwortlichen betonen, dass es nicht nur darum geht, lokale Hitze-Hotspots abzumildern, sondern auch, Maßnahmen zu verbinden, die Starkniederschläge auffangen und damit Folgen von Unwettern mindern. Ein sichtbares Beispiel ist ein neu installiertes Hochbeet, das Regenwasser speichern und für Trockenzeiten nutzen kann. Solche Lösungen verfolgen damit einen doppelten Nutzen: Sie verbessern das Mikroklima und erhöhen die Resilienz gegenüber extremen Wetterereignissen.
„Unser Anliegen ist es, Maßnahmen zu entwickeln, die nicht nur die Hitzebelastung verringern, sondern gleichzeitig Starkniederschläge sinnvoll nutzen bzw. deren Folgen mindern.“
Das Zitat stammt von Karl Puchas, Geschäftsführer der Energieberatungsagentur LEA, die die Leitung des Projekts innehat. Es fasst die Stoßrichtung zusammen: lokale Anpassung mit integrierten Lösungen.
Konkrete Befunde und mögliche Maßnahmen
Die Messungen zeigen, dass die Versiegelung durch dunklen Asphalt und die fehlende Beschattung zentrale Ursachen der hohen Oberflächentemperaturen sind. Die derzeitige Platzgestaltung am Hauptplatz mit einer breiten Pkw-Abstellfläche und einer verkehrsumfluteten Baumreihe trägt zur Belastung bei.
- Beschattung durch Bäume oder Pergolen zur Reduktion direkter Sonneneinstrahlung
- Verwendung heller, thermisch reflektierender Oberflächen statt dunklem Asphalt
- Versickerungs- und Rückhalteflächen sowie Hochbeete zur Nutzung von Regenwasser
- Reduktion von Parkflächen zugunsten von Grünflächen und Aufenthaltszonen
Welche dieser Maßnahmen in Feldbach umgesetzt werden, ist noch offen. Das Projekt liefert aber Grundlagen, auf deren Basis die Gemeinde Entscheidungen zur Gestaltung ihrer öffentlichen Räume treffen kann.
Was bedeutet das für Feldbacherinnen und Feldbacher?
Für Familien mit kleinen Kindern, ältere Menschen und alle, die öffentliche Plätze nutzen, sind die Ergebnisse unmittelbar relevant: heiße Oberflächen machen Spielplätze und Plätze in Sommermonaten teilweise unbenutzbar oder gefährlich. Infrastruktur und Stadtplanung stehen damit vor der Aufgabe, kurzfristig Schutzmaßnahmen zu treffen (Sonnenschirme, Wasserangebote, Warnhinweise) und langfristig die urbane Struktur klimaangepasst zu gestalten.
Das Projekt „Hitzeinseln Feldbach" bietet dafür eine lokale Datengrundlage. Entscheidend für die nächsten Schritte werden kommunale Prioritätensetzung, Fördermöglichkeiten und die Einbindung von Expertinnen und Experten sein. Die vorgestellten Maßnahmen liefern konkrete Ansätze, wie Feldbach die Aufenthaltsqualität in seiner Innenstadt verbessern und zugleich besser auf Starkniederschläge vorbereitet sein kann.
| Ort | Gemessene Oberflächentemperatur |
|---|---|
| Spielplatz (zentral) | bis 70 °C |
| Hauptplatz (oberflächen) | bis 65 °C |