Archäologie für alle: Ausstellung und Mitmachstationen am Hauptplatz
Das traditionelle Forschungsfest am Hauptplatz in Tieschen fand heuer erneut reges Interesse: Unter dem Motto „Forschung zum Angreifen" zeigte der Verein Königsberg Research gemeinsam mit Wissenschafterinnen und Wissenschaftern der Universität Wien aktuelle Fundstücke aus den Grabungen am Königsberg. Die Präsentation richtete sich an Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen und verband wissenschaftliche Ergebnisse mit praktischen Demonstrationen.
Schwerpunkte der diesjährigen Forschung
Im Zentrum der Ausstellung stand die Untersuchung der Textilproduktion vor rund dreitausend Jahren vor Christus. An verschiedenen Stationen konnten sich Interessierte über moderne archäologische Methoden informieren: zu sehen waren unter anderem Laserscanner, Metalldetektoren und spezialisierte Computerprogramme, mit denen Fundkontexte digital erfasst und ausgewertet werden.
- Präsentation von Funden aus den aktuellen Grabungen am Königsberg
- Vorführung moderner Technologien in der Feldarchäologie
- Mitmachstationen für Kinder und kulinarische Begleitung
Das Fest ergänzte damit die wissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit: Vermittlung von Forschungsergebnissen wurde durch interaktive Elemente und regionale Kulinarik ergänzt.
Kontinuität in den regionalen Forschungen
Die Veranstaltung knüpft an zuvor durchgeführte Untersuchungen an: In den Jahren 2023 und 2024 war das Mühlsteinbruchrevier Alt-Gleichenberg am südwestlichen Fuß des Gleichenberger Kogels Gegenstand archäologischer Studien. Dabei konnte eine römerzeitliche Nutzung der dortigen Trachyandesit-Lagerstätte zur Herstellung von Handdrehmühlen nachgewiesen werden.
| Jahr / Zeitraum | Forschungsort | Thema |
|---|---|---|
| 2023–2024 | Alt-Gleichenberg | Nachweis römerzeitlicher Nutzung (Handdrehmühlen) |
| 20.–24. Juli 2025 | Südöstlicher Fuß des Gleichenberger Kogels | Weitere archäologische Grabung |
Die diesjährigen Grabungsaktivitäten werden von Archaeogon, Bayer & Karl GesbR (unter anderem mit Dr. Stephan Karl) begleitet. Die öffentliche Präsentation am Hauptplatz machte Forschungsergebnisse für die Bevölkerung sichtbar und zeigte, wie regionale Geschichte und moderne Wissenschaft zusammenwirken.
Bedeutung für die Region
Für die Menschen im Bezirk Südoststeiermark hat diese Arbeit mehrere Aspekte: Zum einen stärken solche Initiativen das Bewusstsein für die lange Besiedlungsgeschichte der Region; zum anderen fördern sie die regionale Identität und bieten touristische wie bildungspolitische Chancen. Die Verbindung von Forschung und Öffentlichkeitsarbeit ermöglicht zudem, dass neue Erkenntnisse nicht nur in Fachkreisen verbleiben, sondern lokal diskutiert und genutzt werden können.
Das Forschungsfest unterstreicht, dass Archäologie in der Südoststeiermark nicht nur im Gelände stattfindet, sondern auch auf dem Hauptplatz einer kleinen Gemeinde präsent und für alle erfahrbar ist.