Breiter Protest entlang der Fernpassstrecke
Am vergangenen Wochenende formierte sich auf der Imster Seite der Fernpassstrecke die zweite Protestkundgebung gegen das von der Landesregierung geplante Fernpass-Paket. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich an den beiden Demonstrationen entlang der Strecke mindestens 1.500 Personen. Der Marsch auf der Imster Seite begann bei der Raststation Rastland und endete am Parkplatz Fernstein, wo eine Podiumsdiskussion stattfand.
Wer kam, wer fehlte
Die Initiative Gurgltal–Außerfern–Mieminger Plateau und zahlreiche Privatpersonen organisierten die Kundgebung. Vertreterinnen und Vertreter aller vier Oppositionsparteien nahmen teil und sagten ihre Solidarität zu; die Regierungsparteien blieben laut Bericht der Veranstaltung fern und wurden dafür kritisiert.
- Ludwig Gruber gehörte zum Organisationsteam und moderierte die Veranstaltung am Parkplatz Fernstein.
- Kilian Tangl (Gemeindevorstand) erhielt großen Beifall, als er vom einstimmigen Gemeinderatsbeschluss in Tarrenz gegen das Fernpass-Paket berichtete.
- Herbert Kröll, Bürgermeister von Nassereith, wurde laut Bericht scharf kritisiert; sein Vize Christian Öfner warf ihm vor, die Bevölkerung mit Unwahrheiten zur Abstimmung gedrängt zu haben.
- Weitere namentlich genannte Rednerinnen waren Simone Krabichler, Petra Wohlfahrtstätter, Gudrun Kofler und Susanna Riedls-perger.
Kritikpunkte und rechtliche Schritte
Die Demonstrierenden und die teilnehmenden Oppositionspolitikerinnen kritisierten mehrere Aspekte des Pakets. Es wurde moniert, dass Kontrollen von Abfahrtsverboten zuletzt ausblieben und sich dadurch ein zusätzlicher Druck auf die Anrainergemeinden, insbesondere auf Nassereith, ergeben könne. Außerdem verwies Landtagsabgeordnete Petra Wohlfahrtstätter auf eine von der Bürgerinitiative eingebrachte Beschwerde gegen die naturschutzrechtliche Bewilligung des Projekts. Sie äußerte die Hoffnung, dass diese Beschwerde eine Verzögerung der Umsetzung bewirken könne:
„hoffentlich einen Aufschub ermöglichen“
Was das für den Bezirk Imst bedeutet
Die Proteste zeigen eine breite lokale Mobilisierung gegen das Fernpass-Paket, die mehrere Gemeinden im Bezirk Imst direkt betrifft. Ein einstimmiger Gemeinderatsbeschluss in Tarrenz signalisiert, dass sich lokale Kommunalvertretungen aktiv mit dem Thema auseinandersetzen. Sollte die naturschutzrechtliche Beschwerde Wirkung zeigen, könnte dies zu einer Verzögerung von Teilen des Projekts führen und damit kurzfristig Verkehrs- und Planungsfragen beeinflussen. Für Anrainer bedeuten die Debatten zudem weiterhin Unsicherheit über zukünftige Verkehrsflüsse, Lärmbelastung und mögliche Änderungen bei Kontrollmaßnahmen.
| Ort | Rolle | Erwähnte Person(en) |
|---|---|---|
| Rastland (Raststation) | Startpunkt | — |
| Parkplatz Fernstein | Endpunkt / Podium | Ludwig Gruber |
| Tarrenz | Gemeinderatsbeschluss gegen Paket | Kilian Tangl |
| Nassereith | Ort intensiver Kritik | Herbert Kröll, Christian Öfner |
Ausblick
Die Debatte um das Fernpass-Paket bleibt im Bezirk Imst virulent. Anstehende rechtliche Schritte gegen die naturschutzrechtliche Bewilligung und weitere kommunale Initiativen können den Zeitplan und die konkrete Ausgestaltung des Projekts beeinflussen. Für die Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Gemeinden bleibt wichtig, die Entscheidungen ihrer Gemeindevertretungen aufmerksam zu verfolgen und sich über mögliche Auswirkungen auf Verkehr und Lebensqualität zu informieren.