Weniger Wasser, weniger Strom – lokale Folgen für Imst
Die anhaltende Trockenphase schlägt sich merklich in der Strombilanz der Laufkraftwerke im Bezirk Imst nieder. Nach Angaben der TIWAG und der Stadtwerke Imst liegt die Stromerzeugung in einzelnen Kraftwerken heuer deutlich unter dem langjährigen Mittel. Betroffen sind sowohl großindustrielle Anlagen als auch kommunale Klein-Kraftwerke, deren Ertrag für die Gemeindehaushalte und regionale Versorgung eine spürbare Bedeutung hat.
Konkrete Zahlen und betroffene Anlagen
Für das Gemeindekraftwerk Obermarkt in Imst wird aktuell nur noch etwa 42 Prozent der durchschnittlichen Stromerzeugung erreicht. Das normale Spektrum der Kapazitätsnutzung liegt damit deutlich außerhalb der gewohnten Bandbreite. Beim Kraftwerk Stapf kam es im Juli zu einem Ausfall über mehrere Tage; an vielen Tagen wurde nur eingeschränkt Strom erzeugt. Insgesamt schätzen die Verantwortlichen, dass heuer rund 30 Prozent weniger Strom aus lokalen Laufkraftwerken produziert werden kann.
„Heuer im Juli konnte das Kraftwerk Stapf zehn Tage lang gar nicht betrieben werden, an vielen Tagen nur am unteren Niveau. Beim Oberlieger-Kraftwerk Obermarkt haben wir teilweise nur zehn Prozent der Leistung“,
erläuterte Thomas Huber, Direktor der Stadtwerke Imst, bei einem Lokalaugenschein gemeinsam mit Bürgermeister Stefan Weirather.
Auswirkungen für Haushalte und Gemeindekasse
Die kommunalen Kraftwerke liefern üblicherweise Strom für etwa 500 Haushalte. Angesichts der geringeren Produktion müssen Stadtwerke und Gemeinde vermehrt Strom zukaufen, was die Einnahmen aus eigener Produktion reduziert und das Budget belastet. Bürgermeister Stefan Weirather weist darauf hin, dass die Kombination aus niederschlagsarmem Jahr und einem schneearmen Winter die Situation verschärft: Die Schneeschmelze, die sonst bis in den Sommer hinein Wasser zuführt, war heuer deutlich früher beendet.
Warum der Effekt so stark ausfällt
- Früher Abschluss der Schneeschmelze reduziert langfristig verfügbare Wasserzufuhr.
- Geringe Quellschüttungen in Verbindung mit regionalen Niederschlagsausfällen.
- Starkniederschläge sind zwar möglich, führen aber lokal zu Erosions- und Murenrisiken und lassen die Anlagen temporär weitgehend stillstehen.
Was das für die Zukunft bedeutet
Kurzfristig müssen Stadtwerke und Gemeinde Strom zukaufen, langfristig steigen die Fragen nach Resilienz und Anpassung an veränderte hydrologische Bedingungen. Für Verbraucher ist wichtig zu wissen, dass die Versorgung derzeit gewährleistet bleibt, wohl aber Mehrkosten für die Gemeinde entstehen können, die sich auf Gebühren oder Investitionsspielräume auswirken könnten. Die Stadtwerke beobachten die Lage und prüfen gemeinsam mit dem Land und regionalen Partnern mögliche Maßnahmen zur Stabilisierung der Energieversorgung.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Obermarkt – Verhältnis zur Norm | 42 % |
| Stapf – Betriebsunterbrechung im Juli | 10 Tage |
| Erwarteter Produktionsrückgang (regional) | ~30 % |
Für die Bürgerinnen und Bürger im Bezirk Imst bedeutet dies: Die lokale Stromproduktion ist dieses Jahr deutlich eingeschränkt. Kurzfristig sorgt die Gemeinde dafür, dass die Versorgung gesichert bleibt; mittelfristig stehen Gespräche über Ausgleichsmaßnahmen, finanzielle Folgen und mögliche Investitionen zur Erhöhung der Resilienz an.