Ein weiteres Kapitel der Wirtschaftsgeschichte Klagenfurts schließt sich heuer im Herbst: Das Familienunternehmen Autowelt Sintschnig wird seinen Betrieb einstellen. Damit endet die Präsenz eines der ältesten Autohäuser der Landeshauptstadt nach mehr als 90 Jahren.
Gründe für das Aus
Unternehmensleiter Benjamin Sintschnig, der den Betrieb im Jahr 2014 vom Vater übernommen hat, führt mehrere Gründe für die Entscheidung an. Ausschlaggebend sei die insgesamt schwierige wirtschaftliche Lage in der Automobilbranche. Zusätzlich belaste die Situation, dass erfahrene Mitarbeiter in den kommenden Monaten in Pension gehen und es zunehmend schwerfalle, qualifizierten Nachwuchs zu finden. Weiterer Faktor sei das deutlich kleinere Modellangebot des langjährigen Partners Ford, das die Situation für das Unternehmen zusätzlich verschärft habe.
Betroffene und Standort
Aktuell beschäftigt der Betrieb rund 20 Mitarbeiter. Ein Teil davon werde, wie berichtet, in den nächsten Monaten in den Ruhestand treten. Konkrete Aussagen zu Abfindungen, Übernahmemöglichkeiten oder Unterstützung der Beschäftigten liegen bisher nicht vor.
- Beschäftigte: etwa 20
- Übernahme der Leitung durch Benjamin Sintschnig: 2014
- Firmenareal: mehr als 2.000 m² am Südbahngürtel
- Schließung geplant: Herbst 2026 (laut Berichten)
Was mit dem Areal passiert
Das mehr als 2.000 Quadratmeter große Firmengelände am Südbahngürtel soll künftig verpachtet werden. Nach Angaben des Unternehmens laufen bereits Gespräche mit einem möglichen Interessenten. Offen ist, ob ein Nachnutzer aus dem Automobilbereich kommt oder das Areal eine neue Funktion in der städtischen Gewerbelandschaft übernehmen wird.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Betriebsdauer | mehr als 90 Jahre |
| Mitarbeiter | rund 20 |
| Standort | Südbahngürtel, Klagenfurt |
Bedeutung für Klagenfurt
Die Schließung trifft mehrere Ebenen: zum einen bedeutet sie den Verlust eines traditionsreichen Familienbetriebs, der über Generationen Kunden in der Landeshauptstadt betreute; zum anderen hat die Entscheidung Auswirkungen auf Beschäftigung und die lokale Gewerbenutzung. Für Anrainer und Kundinnen kann sich das Angebot an Werkstattleistungen und Markenvertretung verändern, je nachdem, ob ein potenzieller Nachmieter das Autohausgeschäft weiterführt oder das Gelände anders nutzt.
Für Beschäftigte bleiben wichtige Fragen offen: Welche beruflichen Perspektiven bestehen in der Region, welche Unterstützungsangebote stehen zur Verfügung und wie rasch kann eine Nachbesetzung oder Umschulung erfolgen? Konkrete Informationen dazu wurden seitens des Unternehmens bislang nicht veröffentlicht.
Die Stadt und Wirtschaftstreibende in Klagenfurt werden die Entwicklungen am Südbahngürtel beobachten müssen. Sollte ein neuer Betreiber das Areal übernehmen, könnte dies Impulse für den lokalen Arbeitsmarkt und die Infrastruktur bringen; sollte das Areal anderweitig genutzt werden, müsste geprüft werden, wie sich dies langfristig auf Verkehrs- und Standortstruktur auswirkt.
Weitere Detailfragen — etwa zu Sozialplänen, Übernahmemodalitäten für Beschäftigte oder zum Zeitplan der Verpachtung — sind derzeit offen und werden Gegenstand weiterer Berichterstattung sein, sobald das Unternehmen oder die involvierten Gesprächspartner nähere Angaben machen.