Großformatige Kunst im öffentlichen Raum
In Graz sind in den vergangenen Jahren immer wieder Fassaden, Brücken und ehemalige Industriegebäude durch großflächige Malereien und Installationen sichtbar verändert worden. Aktuell lenkt das Urban Art Festival Styria (23. Juli bis 2. August) die Aufmerksamkeit auf drei in Graz tätige Künstler, deren Arbeiten das Stadtbild prägen und von Passantinnen und Passanten oft unbewusst wahrgenommen werden.
Künstler und Arbeitsfelder
Die Berichterstattung hebt namentlich drei Akteurinnen und Akteure hervor:
- SEAS – Künstlername von Florian Perl; beschäftigt sich mit großflächigen Graffiti‑ und Street‑Art‑Projekten, insbesondere an verlassenen Industrieanlagen.
- Size Two – Benjamin Schindler; seit 2007 aktiv, bekannt für monumentale Murals und die Entwicklung der MECH‑Helme als wiederkehrendes Motiv; arbeitet nicht nur in Graz, sondern auch international.
- Gernot Passath – Fotografie und Dokumentation von Urban‑Art‑Projekten (Quellangabe bei der Veröffentlichung).
Von leerstehenden Mauern zu neuen Geschichten
SEAS (Florian Perl) sieht in verlassenen Industrieanlagen neue Leinwände statt bloßer Ruinen. Seine Arbeiten verbinden klassische Graffiti‑Techniken mit konzeptionellen Elementen; dadurch sollen Gebäude, deren wirtschaftliche oder industrielle Geschichte abgeschlossen scheint, wieder in einen kulturellen und teilweise auch narrativen Bezug zur Stadt gebracht werden. Für Anrainerinnen und Anrainer bedeutet das eine sichtbare Umdeutung ehemals ungenutzter Orte.
Regionale Bedeutung und internationale Präsenz
Benjamin Schindler alias Size Two hat seinen Stil über Jahre entwickelt und arbeitet inzwischen grenzüberschreitend. Die Erwähnung, dass seine Arbeiten auch in Ländern wie England, Italien, Spanien oder Dänemark entstehen, unterstreicht die Ausstrahlung, die einzelne Grazer Projekte über die Stadt hinaus entfalten können. Für Graz heißt das: Local Art kann Aufmerksamkeit, Besuchende und damit auch wirtschaftliche Effekte in Bezug auf Stadttourismus und kulturelle Außenwirkung erzeugen.
Was bedeutet das für Graz?
Die präsentierten Projekte bedeuten konkret:
- Veränderung des visuellen Stadtbilds durch großformatige Kunstwerke
- Aufwertung und Neunutzung von brachliegenden oder wenig beachteten Flächen
- Stärkung des kulturellen Profils Grazʼ durch lokal verwurzelte, aber auch international tätige Künstler
| Künstler | Bekannt für | Ort/Wirksamkeit |
|---|---|---|
| SEAS (Florian Perl) | Graffiti, großflächige Wandbilder, Industrieanlagen | Graz |
| Size Two (Benjamin Schindler) | Monumentale Murals, MECH‑Helme, Skulpturen | Graz, international |
| Gernot Passath | Fotodokumentation von Urban‑Art | Graz |
Das Urban Art Festival Styria bietet bis zum 2. August eine Möglichkeit, die Arbeiten vor Ort zu sehen und sich ein Bild von der Rolle der Street Art im städtischen Raum zu machen. Für Bewohnerinnen und Bewohner von Graz ist das Festival Anlass zur Auseinandersetzung mit Fragen der Nutzung öffentlicher Flächen, des Denkmalschutzes sowie der städtischen Gestaltung und Identität.