Sterile Männchen, weniger Mücken: Erste Ergebnisse in Graz
In Teilen von Graz läuft derzeit eine Testreihe zur Eindämmung der Tigermücke. Pro Woche werden dort nach Angaben des Grazer Gesundheitsamts tausende sterile Tigermücken-Männchen ausgesetzt; insgesamt sollen heuer rund zwei Millionen dieser Tiere freigelassen werden. Erste Zahlen weisen auf einen deutlichen Rückgang der Population hin: In den überwachten Testgebieten konnte die Menge der Tiere laut ORF-Bericht um bis zu 70 Prozent reduziert werden.
Die Maßnahme zielt darauf ab, die Fortpflanzung der invasiven Art zu stören. Sterile Männchen paaren sich mit Weibchen, die daraufhin keine lebensfähigen Nachkommen produzieren — über Wiederholung dieser Eingriffe lässt sich so die lokale Zahl der Tiere mindern.
Warum die Hilfe der Bewohnerinnen und Bewohner entscheidend ist
Das Gesundheitsamt betont, dass das Aussetzen steriler Männchen nur einen Teil der Strategie bildet. Wichtig bleibt die Mitarbeit der Anrainerinnen und Anrainer: Meldungen zu Tigermücken gelangen über die App "Mosquito Alert", per Telefon oder E-Mail an das Amt. Anschließend fahren Mitarbeiter gemeinsam mit den Grundstückseigentümern in die gemeldeten Bereiche und suchen gezielt nach Brutstätten.
"Mosquito Alert"
Die Kontrollen sind notwendig, weil Tigermücken typischerweise nur kurze Distanzen zurücklegen. Die Flugreichweite liegt laut Projektleiter Erwin Wieser bei etwa 100 bis 150 Metern. Das bedeutet: Wenn die Tiere in einem Garten auftreten, sind häufig auch benachbarte Grundstücke betroffen.
- Wöchentliche Freisetzungen: tausende sterile Männchen in Testgebieten
- Gesamtsumme 2026: rund 2.000.000 sterilisierte Tiere geplant
- Reduktion in Testgebieten: bis zu 70 %
- Flugdistanz der Tigermücke: 100–150 m
Allerdings stoßen die Kontrollen nicht überall auf Akzeptanz: Mitarbeitende berichten, dass manche Eigentümer keinen Handlungsbedarf sehen und einen Besuch ablehnen. Solche Ablehnungen erschweren die Suche nach Brutplätzen und damit den Erfolg der Bekämpfungsmaßnahmen.
Praktische Hinweise: Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung
Besonders problematisch sind kleine Wasseransammlungen rund ums Haus. Schon mit Wasser gefüllte Blumenuntersetzer können als Brutstätte dienen. Wo solche Stellen regelmäßig beseitigt werden, gehen laut Projektleiter Wieser die Meldungen zurück. Das Gesundheitsamt bittet daher um folgende Unterstützung:
- Regelmäßig stehendes Wasser entfernen (Blumenuntersetzer, Vogeltränken, verstopfte Regenrinnen)
- Gartenbewohnern bei Verdacht Meldung über die App oder telefonisch melden
- Kooperation mit Inspektionsteams: Zugang zu Gärten ermöglichen
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Geplante Freisetzungen 2026 | ~2.000.000 sterile Männchen |
| Beobachtete Reduktion in Testgebieten | bis zu 70 % |
| Geschätzte Flugdistanz | 100–150 m |
Für Graz bedeutet das: Bewohnerinnen und Bewohner in betroffenen Bezirken, insbesondere in Beobachtungsgebieten wie Liebenau, sollten aufmerksam bleiben und mithilfe kleiner, alltäglicher Maßnahmen die Wirkung des Projekts unterstützen. Nur durch die Kombination aus technischen Maßnahmen (sterile Freisetzungen) und kooperativem Handeln vor Ort lässt sich die Ausbreitung der Tigermücke nachhaltig eindämmen.
Das Gesundheitsamt weist darauf hin, dass die Tigermücke wohl nicht vollständig verschwinden wird. Ziel sei es, die Verbreitung deutlich einzudämmen und lokale Populationen so zu reduzieren, dass gesundheitliche und lästige Folgen für die Bevölkerung minimiert werden.