Wasser aus dem Alpenraum für den Süden und Osten der Steiermark
Die Steiermark unternimmt einen großen Schritt zur Absicherung der Trinkwasserversorgung: Mit der Gründung des Wasserverbands "Transportleitung Steiermark Süd" ist der formale Auftakt für eine neue Großleitung erfolgt, die Wasser aus reichhaltigen Vorkommen im Alpenraum in den südlichen und östlichen Bereich des Landes übertragen soll. Betroffen ist auch der Raum Graz, weil die Leitung von Feldkirchen bei Graz bis Landscha bei Leibnitz führen soll.
Was geplant ist
Kernprojekt ist eine 33 Kilometer lange Transportleitung mit einem Rohrdurchmesser von 60 Zentimetern. Im Zuge der Maßnahme ist zudem die Errichtung eines Hochbehälters in Kehlsdorf vorgesehen, der ein Fassungsvermögen von 10.000 Kubikmetern haben soll. Für diesen Teil werden rund 40 Millionen Euro veranschlagt; das Gesamtvolumen für neue Leitungen wurde in der Berichterstattung mit 150 Millionen Euro genannt. Sollte alles nach Plan laufen, könnte in etwa fünf bis sechs Jahren Wasser durch die neue Leitung fließen.
„Wir müssen das Wasser von den riesigen Vorkommen im Alpenraum in den Süden und Osten bringen. Genau dafür braucht es diese Leitung“,
so Landesrätin Simone Schmiedtbauer, die das Projekt als zentralen Baustein für die Versorgungssicherheit bezeichnete. Die Initiative wurde gemeinsam von Landespolitikern und den Obmännern der regionalen Wasserverbände getragen.
Wer beteiligt ist
Hinter dem Vorhaben stehen mehrere regionale Wasserverbände, namentlich die Verbände Umland Graz, Leibnitzerfeld, Leibnitzerfeld Süd und Vulkanland. Zu den genannten Vertretern, die die Gründung begleiteten, zählen Johann Lappi, Daniel Kos, LH-Vize Manuela Khom, Josef Ober und Anton Weber. Josef Ober betonte, dass die Leitung zu hundert Prozent im Besitz der öffentlichen Hand bleiben soll und hob die überregionale Vernetzung der Wasserversorger hervor.
- Projektumfang: 33 km Transportleitung
- Rohrdurchmesser: 60 cm
- Hochbehälter Kehlsdorf: 10.000 m³
- Teilprojektkosten Hochbehälter: ~40 Mio. €
- Genannte Gesamtsumme für neue Leitungen: ~150 Mio. €
- Geplanter Beginn der Wasserförderung: in 5–6 Jahren (sofern Planungen eingehalten werden)
Bedeutung für die Region Graz
Für Haushalte und Betriebe im Raum Graz und im südlichen Bezirk sind solche Leitungs- und Speichermaßnahmen langfristig bedeutend: Sie dienen der Absicherung gegen wiederkehrende Trocken- und Hitzeperioden und ermöglichen einen innersteirischen Ausgleich, wenn lokale Vorkommen sinken oder der Verbrauch steigt. Die Vernetzung der Verbände soll zudem Reservekapazitäten schaffen, die punktuelle Engpässe abfedern können.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Leitungslänge | 33 km |
| Rohrdurchmesser | 60 cm |
| Hochbehälter (Kehlsdorf) | 10.000 m³ |
| Kosten Hochbehälter | ~40 Mio. € |
| Genannte Gesamtkosten neue Leitungen | ~150 Mio. € |
| Zeithorizont | 5–6 Jahre |
Welche Auswirkungen die Baumaßnahmen konkret auf lokale Bauphasen, Wasserversorgung während der Arbeiten und mögliche Eingriffe in Schutzgebiete haben werden, ist aus den bislang veröffentlichten Angaben nicht detailliert ersichtlich. Entscheidend für Anrainer und Gemeinden werden die konkreten Planunterlagen, Bauzeitpläne und Abstimmungen mit lokalen Behörden sein, sobald diese vorliegen.
Mit dem Projekt setzt das Land auf eine stärkere zentrale Steuerung der Wasserversorgung und auf eine verstärkte Kooperation zwischen öffentlichen Wasserversorgern, um die Versorgungssicherheit in Zeiten häufiger werdender Trockenperioden zu erhöhen.