Neubau statt Sanierung: Bildung als Priorität in Konradsheim
Die Stadt Waidhofen an der Ybbs plant in dem Ybbstaler Bergdorf Konradsheim eine neue Volksschule. Das Projekt ist Teil eines mit insgesamt 3,4 Millionen Euro dotierten Pakets der städtischen Dreierkoalition (ÖVP, SPÖ, Liste FUFU) für mehreren Standorte; die neue Schule in Konradsheim wird mit rund 2 Millionen Euro veranschlagt.
Warum ein Neubau notwendig ist
Die bisherige Schule im Dorf wird abgerissen. Die Stadt nennt veraltete Bausubstanz und die Notwendigkeit zeitgemäßer Raumkonzepte als Gründe: moderne pädagogische Ansprüche ließen sich nach Einschätzung der Verantwortlichen nicht mehr im Altbau erfüllen. Im Ort wurde der Abschied von der alten Volksschule bereits emotional begleitet: Anfang Juli nutzten viele Bewohner einen Erinnerungstag, an dem historische Schulmaterialien gezeigt, ein Flohmarkt zugunsten des Elternvereins veranstaltet und im Turnsaal Theater gespielt wurde.
Planung und Einbindung in das Ortsbild
Die Planung erfolgte nach einem Architekturwettbewerb, an dem acht Büros teilnahmen. Den Zuschlag erhielt das Architekturbüro hellwach Architektur ZT GmbH, dessen Entwurf die Einbindung eines Holzbaus in die Hanglage und das bestehende Ensemble mit Pfarrkirche, Gasthof und Turnsaal überzeugte.
- Datum Abrissparty: 31. Juli (Veranstaltung im alten Gebäude)
- Feierlicher Abschluss Bauphase: geplant für Herbst 2027
- Beteiligte Standorte: Konradsheim und Windhag (ebenfalls Teil des 3,4-Millionen-Pakets)
Finanzielle Rahmenbedingungen und politische Einordnung
Die Stadt steht laut Bericht unter Anspannung: Finanzprobleme zwangen sie sogar dazu, das sogenannte Rothschildschloss als Sicherheit für ein Darlehen zu verpfänden. Gleichzeitig betonen die Verantwortlichen die Bedeutung zielgerichteter Investitionen. Bürgermeister Werner Krammer (ÖVP) stellte die Priorität klar und begründete die Entscheidung mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit der Stadt:
„die Kräfte gezielt auf jene Bereiche zu konzentrieren, die für die Zukunft unserer Stadt entscheidend sind. Bildung hat dabei für uns höchste Priorität. Wir tun das, weil wir wissen: In die beste Betreuung zu investieren, heißt, die Zukunft zu sichern.“
Konkrete Bedeutung für das Dorfleben
Für Konradsheim bedeutet der Neubau mehr als nur moderne Klassenräume: Eine eigene, zeitgemäße Schule kann die Attraktivität des Dorfes für Familien erhöhen, die Nahversorgung an Bildungsangeboten sichern und so langfristig zur Stabilisierung der Bevölkerungsstruktur beitragen. Die feierliche Abrissparty sowie die geplante Einweihung im Herbst 2027 zeigen, dass die Maßnahme sowohl als Abschluss einer Ära als auch als Aufbruch verstanden wird.
| Posten | Betrag / Zeitpunkt |
|---|---|
| Gesamtpaket (Waidhofner Projekte) | 3,4 Millionen Euro |
| Neubau Konradsheim (geschätzt) | rund 2 Millionen Euro |
| Abrissparty alte Schule | 31. Juli |
| Geplante Feier / Abschluss | Herbst 2027 |
Die Entscheidung für einen Neubau ist verbindlich getroffen. Für Anrainer, Eltern und die Gemeinde bedeutet das Projekt sowohl kurzfristig Veränderungen durch Baustellen und den Abriss des gewachsenen Gebäudes als auch langfristig eine Aufwertung des Bildungsangebots vor Ort.