Netzwerk aus Praxis und Verwaltung sucht Lösungen für lebendigere Flüsse
Vertreterinnen und Vertreter aus Jagd, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz, Gewässerbewirtschaftung und Landesverwaltung kamen beim jüngsten Treffen des Vernetzungsformats „Grüner Tisch“ in der Südweststeiermark zusammen. Eingeladen hatten der Naturpark Südsteiermark und das Biotopverbund-Management Südweststeiermark, unterstützt von Bezirksjägermeister Wolfgang Neubauer. Ziel der Veranstaltung war es, praktische Erfolgsmodelle für lebensraumvernetzende Maßnahmen an Fließgewässern im Bezirk Deutschlandsberg zu besichtigen und fachlich zu diskutieren.
Im Zentrum der Exkursion stand die Frage, wie Fließgewässer mit einem ökologischen Mehrwert bewirtschaftet und wieder durchgängig gemacht werden können. Als Fachexperte begleitete Günter Parthl die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu mehreren Stationen im Bezirk, wo verschiedene Maßnahmen erläutert wurden.
Was vor Ort gezeigt wurde
- Technische Fischaufstiegshilfen, darunter der sogenannte Vertical Slot, zur Wiederherstellung von Durchgängigkeit.
- Rückbau von Sohlstufen, um Wanderbewegungen von Wasserlebewesen zu ermöglichen.
- Praktische Beispiele, wie Gewässer so gestaltet werden können, dass sie Teil des Biotopverbunds werden.
„Fische wie Barbe und Nase, die bis zu 300 km weit wandern können – vorausgesetzt es stehen ihnen keine Hindernisse im Weg“, so Günter Parthl.
Dieser Hinweis machte deutlich, wie wichtig Durchgängigkeit für die langfristige Entwicklung der Gewässerfauna ist. Die vorgestellten Maßnahmen dienen nicht nur dem Schutz einzelner Arten, sondern fördern den Austausch zwischen Populationen und erhöhen so die Widerstandskraft ganzer Lebensräume.
Bedeutung für den Bezirk Deutschlandsberg
Für Gemeinden, Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer sowie Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter im Bezirk sind die vorgestellten Ansätze unmittelbar relevant: Durch die Wiederherstellung der Durchgängigkeit können ökologische Funktionen verbessert, lokal vorkommende Arten gestärkt und potenziell auch Hochwasser- und Erosionsrisiken beeinflusst werden. Der Austausch zwischen Praxis und Verwaltung am "Grünen Tisch" schafft die Grundlage dafür, dass Maßnahmen fachlich abgestimmt und lokal umsetzbar sind.
Wichtig für die Umsetzung sind koordinierte Planungen und die Einbindung aller Stakeholder: Jagd, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz und Gewässerbewirtschaftung müssen ihre Interessen abwägen und gemeinsame Lösungen finden, damit Eingriffe sowohl ökologische als auch landwirtschaftliche Belange berücksichtigen.
Praktische Folgerungen und nächste Schritte
- Fortführung der Exkursionen und fachlichen Austauschformate, um weitere Beispiele zu dokumentieren.
- Prüfung von konkreten Rückbau- und Aufstiegslösungen an lokal relevanten Sohlstufen.
- Einbindung der Landesverwaltung und Förderstellen, um technische Maßnahmen zu finanzieren und umzusetzen.
| Maßnahme | erwarteter Effekt |
|---|---|
| Vertical Slot (Fischaufstiegshilfe) | Wiederherstellung der Durchgängigkeit für wandernde Fischarten |
| Rückbau von Sohlstufen | Verbesserte Habitatvernetzung, natürliche Sohlgestaltung |
| Biotopverbund-Maßnahmen | Erhöhte Artenbewegung und genetischer Austausch |
Die Exkursion des Grünen Tisches machte deutlich: Technische Lösungen existieren, entscheidend ist nun die abgestimmte, lokale Umsetzung. Für die Menschen im Bezirk Deutschlandsberg bedeutet das langfristig: stabilere Gewässerökosysteme, mehr Vielfalt im Wasser und besser koordinierte Maßnahmen zwischen Land- und Naturschutzinteressen.