Ungewohnter Anbieter erhält Zuschlag am Flughafen Wien
Am Flughafen Wien hat ein überraschender Wechsel bei der Bodenabfertigung für Verunsicherung gesorgt: Laut Recherchen von Austrian Wings erhielt die vor rund einem halben Jahr gegründete Firma Joint Sky Services GmbH den Zuschlag für die Bodenabfertigung am Flughafen Wien. Die Firma war in der Branche bislang nicht bekannt und hatte sich damit gegen den bisher tätigen, international operierenden Konzern AAS sowie weitere Mitbewerber durchgesetzt.
Der Vorgang weckte innerhalb der Branche und bei externen Beobachtern Verwunderung und führte zu Fragen zur Vergabe des Auftrags, die laut Bericht noch an den Flughafen Wien und zuständige Behörden gerichtet werden sollen. Die Entscheidung fiel, obwohl Joint Sky Services nach Einschätzung der Berichterstattung "ohne jede ersichtliche Erfahrung" in diesem Bereich ist.
Beschäftigte in unklarer Lage — gleichzeitig aktive Personalwerbung
Besonders besorgniserregend für die Beschäftigten des bisherigen Abfertigers AAS ist, dass Joint Sky Services parallel aktiv um Personal wirbt. Auf der Karriereplattform LinkedIn fordert das Unternehmen ausdrücklich Bewerbungen für die Bereiche Passenger Services, Ramp Handling, Operations, Commercial Activities sowie HR & Administration an und bittet um Zusendung von Lebensläufen mit gewünschtem Tätigkeitsbereich.
Gleichzeitig fehlt es bei den Aufrufen an konkreten Informationen: Es werden keine detaillierten Stellenausschreibungen mit Aufgabenprofilen, Anforderungen oder Qualifikationsvoraussetzungen veröffentlicht. Auch Angaben zur Bezahlung beziehungsweise zum vorgesehenen Mindestentgelt sind nicht vorhanden, obwohl derartige Informationen bei Stellenausschreibungen in Österreich grundsätzlich vorgesehen sind.
„ohne jede ersichtliche Erfahrung“
- Unklare Zukunft für AAS-Beschäftigte: Es gibt derzeit keine öffentlich bekannte Klärung ihrer weiteren Beschäftigung.
- Aktive Personalwerbung durch Joint Sky Services ohne konkrete Stellenprofile oder Gehaltsangaben.
- Fragen an Vergabeverfahren wurden laut Bericht an den Flughafen Wien und behördliche Stellen gerichtet.
Die Kombination aus einer jungen, branchenfremden Gesellschaft, der gleichzeitigen Suche nach Personal und dem Fehlen verbindlicher Informationen zu Anforderungen oder Entgelt kann auf Beobachter chaotisch oder unprofessionell wirken. Betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des bisherigen Anbieters sowie Branchenbeobachter erwarten nun Transparenz über die Entscheidung und verlässliche Aussagen zu Beschäftigungsbedingungen.
| Unternehmen | Bekannte Fakten |
|---|---|
| AAS | Langjährig international tätig; bisheriger Bodendienstleister am Flughafen Wien; Beschäftigte unklar über Zukunft |
| Joint Sky Services GmbH | Vor rund einem halben Jahr gegründet; laut Bericht ohne erkennbare Erfahrung in der Branche; erhielt Zuschlag; wirbt aktiv um Personal |
Für die Wienerinnen und Wiener, die am Flughafen arbeiten oder regelmäßig damit in Berührung kommen, sind solche Veränderungen relevant: Sie betreffen Arbeitsplätze, Dienstleistungsqualität am Flughafen und die Kontrolle von Vergabeverfahren öffentlicher Infrastruktur. Konkrete Antworten bleiben abzuwarten, solange Flughafenbetreiber und zuständige Behörden nicht Stellung nehmen.