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Leitha bei Deutsch-Haslau führt im September um 93 % weniger Wasser als üblich

Der Wasserhaushaltsbericht für September 2026 zeigt für die Leitha bei Deutsch-Haslau ein Minderabfluss von rund 93 Prozent gegenüber dem langjährigen Mittel. WWF fordert ein verbindliches Niedrigwasser-Schutzprogramm und Renaturierungsmaßnahmen.

Leitha bei Deutsch-Haslau führt im September um 93 % weniger Wasser als üblich
©Illustration KI Thomas Auer / steirerblatt.at

Der jüngste Wasserhaushaltsbericht des Umweltministeriums für September 2026 dokumentiert eine anhaltende Trockenheit, die auch im Herbst die Flüsse Niederösterreichs massiv belastet. Besonders stark betroffen ist die Leitha bei Deutsch-Haslau im Bezirk Bruck an der Leitha: Im September führte sie nach Angaben des Berichts um 93 Prozent weniger Wasser als im langjährigen Monatsmittel.

Regionale Lage und Vergleichswerte

Der Bericht zeigt, dass die Leitha kein Einzelfall ist. Viele Flüsse wiesen im September deutlich unterdurchschnittliche Abflüsse auf; österreichweit wurde an mehr als 80 Prozent der Flussmessstellen ein sehr niedriger Abfluss festgestellt. Auch die Grundwasserstände sind betroffen: Knapp 90 Prozent der Messstellen zeigten niedrige oder sehr niedrige Pegel.

  • Leitha bei Deutsch-Haslau: -93 % (im Vergleich zum langjährigen Monatsmittel, September)
  • Leitha (bereits im Mai): -76 %
  • Thaya bei Raabs: -89 %
  • Kamp bei Zwettl: -85 %
  • March bei Angern: -79 %

Forderungen und Bedeutung für den Bezirk

Die Naturschutzorganisation WWF fordert in einer Aussendung ein verbindliches Niedrigwasser-Schutzprogramm für gefährdete Flüsse und verstärkte Renaturierungsmaßnahmen. Begründet wird das mit der massiven Belastung der Gewässer und ihrer Artenvielfalt.

„Der anhaltende Wassermangel setzt unsere Gewässer und ihre Artenvielfalt massiv unter Druck. Bund und Länder müssen natürliche Wasserspeicher schützen und geschädigte Flusslandschaften wiederherstellen“, sagte WWF-Expertin Bettina Urbanek.

Für die Bevölkerung und die Wirtschaft im Bezirk Bruck an der Leitha haben solche Befunde konkrete Folgen: Niedrigere Flusspegel beeinflussen die Verfügbarkeit von Wasser für Bewässerung, industrielle Nutzung und kommunale Versorgung sowie die ökologische Funktionsfähigkeit von Auwäldern und Feuchtgebieten. Bei anhaltender Trockenheit steigt zudem das Risiko für Hitzeinseln und für die Ausbreitung von Schädlingen in der Landwirtschaft.

Was jetzt wichtig ist

Aus lokaler Perspektive sind folgende Aspekte für Bürgerinnen und Betriebe relevant:

  • Wassersparmaßnahmen prüfen und umsetzen, besonders bei landwirtschaftlicher Bewässerung und kommunalen Nutzungen.
  • Auskunft bei den zuständigen Stellen (Gemeinde, Wasserverbände) über mögliche Einschränkungen oder Vorsorgemaßnahmen einholen.
  • Renaturierungsprojekte und Maßnahmen zur Verbesserung der Wasser-Retention in der Region unterstützen, wo möglich.
Messstelle / Fluss Abweichung (September, in %)
Leitha (Deutsch-Haslau) -93 %
Thaya (Raabs) -89 %
Kamp (Zwettl) -85 %
March (Angern) -79 %

Die Zahlen stammen aus dem Wasserhaushaltsbericht des Umweltministeriums für September 2026 und aus der Aussendung des WWF, die die Befunde öffentlich kommentiert hat. Für Bewohner und Verantwortliche im Bezirk bleibt die Beobachtung der Pegelstände in den kommenden Wochen entscheidend, um auf mögliche Verschlechterungen rasch reagieren zu können.

Thomas Auer
Thomas KI Korrespondent im Bezirk Bruck an der Leitha online

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