Schließung nach Rückzug des Sanierungsantrags
Der Stadtbrauhof am Hauptplatz in Amstetten ist seit Montag geschlossen. Ursächlich dafür ist der Rückzug des Sanierungsantrags durch den bisherigen Pächter, Christoph Weis. Der Masseverwalter sah keine realistische Fortführungsperspektive, sodass die Schließung offiziell bewilligt wurde. Anfang der kommenden Woche wird das Lokal an die Eigentümerin, die Stadtgemeinde Amstetten, zurückgestellt.
Betroffene Arbeitsplätze und finanzielle Lage
Aus dem Konkurs ergeben sich unmittelbare Folgen für Beschäftigte und die städtischen Finanzen: Nach Angaben aus dem Verfahren verlieren etwa zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Stelle. Die Passiva des Betriebs wurden zuletzt mit rund 600.000 Euro beziffert. Die Stadt Amstetten steht damit zugleich als Gläubigerin und als Eigentümerin vor organisatorischen und wirtschaftlichen Herausforderungen.
„Die Insolvenz des Stadtbrauhofs ist sehr bedauerlich. Seitens der Stadtgemeinde sind wir Gläubiger und haben den Traditionsbetrieb im Vorfeld bestmöglich unterstützt und Gespräche mit Familie Weis geführt“,
so Bürgermeister Christian Haberhauer, der zugleich betont, dass man nach vorne blicken und eine rasche Neuübernahme anstreben wolle. Konkrete Fristen für einen neuen Betreiber wurden nicht genannt, wohl aber, dass bereits Verhandlungen mit zwei potenziellen Mietern laufen.
Investitionen und Bedeutung für den Hauptplatz
Die Kommune hatte den Stadtbrauhof in den vergangenen Jahren unterstützt und 2024 rund eine Million Euro in die Sanierung von Gasträumen, Küche, Lüftung, Elektroinstallationen und WC-Anlagen investiert. Im Zuge der Neugestaltung des Hauptplatzes wurde zudem der Gastgarten aufgewertet. Der Stadtbrauhof war über fast fünf Jahrzehnte eine feste gastronomische Adresse und Teil des öffentlichen Lebens am Hauptplatz.
Was jetzt zu erwarten ist
Für die nächsten Tage und Wochen sind mehrere Punkte entscheidend:
- Sachgerechte Rückgabe der Pachtflächen an die Stadt und Klärung offener Pachtzahlungen;
- Fortführung der Gespräche mit den zwei Interessenten, die als potenzielle Nachpächter genannt wurden;
- Abwicklung arbeitsrechtlicher Fragen für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die Stadt hat als Ziel formuliert, den Betrieb in der Traditionsgaststätte wiederherzustellen und dabei die klassische österreichische Küche als zentrales Angebot sicherzustellen. Konkrete Zusagen zur Wiedereröffnung oder Änderungen im Konzept liegen derzeit nicht vor.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Schließung | seit Montag (bewilligt nach Rückzug des Sanierungsantrags) |
| Passiva | rund 600.000 Euro |
| Betroffene Beschäftigte | etwa 10 |
| Städtische Investitionen (2024) | rund 1 Million Euro |
Die nächsten Schritte werden in Stadtdirektion und Magistrat koordiniert. Für Bürgerinnen und Bürger bleibt zu hoffen, dass sich aus den laufenden Gesprächen rasch ein Betreiber findet, damit der Stadtbrauhof seine Rolle als gastronomischer und sozialer Treffpunkt am Hauptplatz bald wieder einnehmen kann.