Nach einer Anzeige besorgter Anrainer wurde in einem Schweinemastbetrieb im Bezirk Amstetten ein massives Tiersterben festgestellt. Die Polizei und eine Amtsveterinärin fanden vor Ort hunderte verendete Schweine vor; laut Polizeiangaben waren rund 400 Tiere bereits tot oder teilweise verwest. Lediglich 88 Schweine waren noch am Leben und wurden umgehend auf andere Höfe verteilt, der Betrieb wurde behördlich gesperrt.
Ausmaß und erste Erkenntnisse
Die Nachbarn hatten den Vorfall bemerkt, weil ein stark zunehmender Verwesungsgeruch aus der Hofanlage drang. Einsatzkräfte stellten sich anschließend dem Bild einer großflächigen Vernachlässigung. Polizeisprecher Johann Baumschlager erklärte zu den ersten Ergebnissen der Ermittlungen, dass der Betriebsleiter offenbar mit der Versorgung der Tiere überfordert gewesen sei und psychische Probleme gehabt haben könnte.
„Wir gehen davon aus, dass die Anzahl der verendeten Tiere höher sein wird“,
hinzu kommen neue Fragen zum Schicksal weiterer Tiere: Bei der Überprüfung der Bestandslisten ergab sich ein Fehlbestand von etwa 1.000 Schweinen. Aufgrund aufgefundener Knochen wird überprüft, ob es in der Tiergruppe zu Kannibalismus gekommen ist. Die Polizei hat ein Strafverfahren wegen Tierquälerei eingeleitet; die weiteren Schritte obliegen der Bezirkshauptmannschaft Amstetten.
Was das für Anrainer und Betriebe bedeutet
Für Anwohner bedeutete der Vorfall zunächst eine starke Geruchsbelästigung und Besorgnis um Hygiene und Gesundheit. Behörden sperrten den Betrieb, um eine mögliche Gefährdung durch kontaminierte Abwässer oder verunreinigte Oberflächen zu prüfen. Für umliegende Landwirtschaftsbetriebe kann die plötzliche Aufnahme von geretteten Tieren organisatorischen und finanziellen Aufwand bedeuten – etwa für Unterbringung, Futter und tierärztliche Betreuung.
- Entdeckte tote Schweine: ca. 400
- Lebende Schweine gerettet: 88 (vermittelt auf andere Höfe)
- Fehlbestand in den Unterlagen: etwa 1.000 Tiere
| Posten | Anzahl |
|---|---|
| Verendete/verweste Tiere (vor Ort) | ~400 |
| Lebende Tiere gerettet | 88 |
| Fehlbestand laut Aufzeichnungen | ~1.000 |
Die rechtlichen Folgen für den Betreiber können weitreichend sein: Neben der Anzeige wegen Tierquälerei wird geprüft, ob ein dauerhaftes Tierhalteverbot auszusprechen ist. Die Bezirkshauptmannschaft Amstetten bearbeitet den Fall derzeit weiter und führt die erforderlichen administrativen Maßnahmen durch.
Für Anrainer, die Auffälligkeiten bei Tierhaltungen bemerken, bleibt der unmittelbare Kontakt zur Polizei oder zur Bezirkshauptmannschaft die richtige Reaktion. Hinweise zur Versorgung geretteter Tiere und zum Umgang mit Tierkadavern geben zuständige Veterinärbehörden und die Bezirkshauptmannschaft, um weitere gesundheitliche Risiken zu minimieren.