Der beliebte Stadtbrauhof am Amstettner Hauptplatz ist vorübergehend geschlossen. Grund dafür ist die Insolvenz des Pächters, die einen Fortbetrieb der Gastwirtschaft derzeit unmöglich macht. Die Schließung fällt mitten in die Sommersaison und trifft das Zentrum der Stadt, das aktuell ohnehin bereits mit einer weiteren ruhenden Gastrofläche – der Park Lounge beim Freibad – zu kämpfen hat.
Was ist passiert?
Die Pächterfamilie Weis, die den nach einer Sanierung wiedereröffneten Brauhof vor knapp zwei Jahren mit einem feierlichen Bieranstich übernommen hatte, hat laut vorliegenden Informationen im April einen Insolvenzantrag eingebracht. Die Passiva belaufen sich auf rund 600.000 Euro; betroffen sind nach Angaben des Betriebs 25 Gläubiger und etwa zehn Beschäftigte. In einem Posting kündigte das Team des Betriebs den „Abschied von Herzen“ an und erklärte, man hätte die Gäste gerne weiter bewirtet.
Reaktion der Stadtgemeinde und die nächsten Schritte
Bürgermeister Christian Haberhauer (ÖVP) bestätigte, dass die Stadtgemeinde als Gläubiger aufscheint und betonte, man habe die Familie Weis in der Vergangenheit bestmöglich unterstützt. Zugleich machte der Bürgermeister deutlich, dass der Pachtzins nicht Ursache der Insolvenz sein könne:
„Um Gerüchten zu kontern, muss klargestellt werden, dass sicher nicht der Pachtzins Schuld an der Insolvenz gewesen sein kann. Der ist nämlich äußerst moderat.“Die Stadt strebt eine rasche Neubesetzung der Gastrofläche an, um den Betrieb mit bis zu 250 Plätzen inklusive Gastgarten möglichst bald wiederherzustellen.
Folgen für die Innenstadt
Die temporäre Schließung des Stadtbrauhofs hat mehrere unmittelbare Folgen für das Stadtbild und die lokale Wirtschaft:
- Weniger Gastronomieangebot am belebten Hauptplatz in der Sommersaison
- Arbeitsplatzunsicherheit für die rund zehn betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- Finanzielle Auswirkungen für die Gläubiger, zu denen auch die Stadt gehört
Für Anrainer und Besucher der Innenstadt bedeutet das weniger Infrastruktur für Veranstaltungen und für die alltägliche Gastronomie. Die Stadtverantwortlichen betonen, dass zahlreiche frequenzstärkende Aktivitäten in der City auf eine funktionierende Gastronomie angewiesen sind, weshalb die Suche nach einer Nachfolge rasch vorangetrieben werden soll.
Was nun wichtig ist
Für potenzielle Nachfolger oder Interessenten an einer Pacht sind mehrere Punkte relevant:
- Die Immobilie wurde vor zwei Jahren frisch saniert und bietet Raum für bis zu 250 Gäste inklusive großem Gastgarten.
- Die Stadt bezeichnet den Pachtzins als moderate Kondition – ein Hinweis, dass finanzielle Rahmenbedingungen nicht zwingend der Hauptgrund der Insolvenz waren.
- Die Übergabe würde in ein Umfeld erfolgen, das im Sommer durch Veranstaltungen und Publikumsverkehr genutzt wird, aber aktuell kurzfristig an Frequenz verliert.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Passiva | ~600.000 € |
| Gläubiger | 25 |
| Beschäftigte | 10 |
| Platzangebot | bis 250 Plätze inkl. Gastgarten |
Die Stadtgemeinde steht damit in der Verantwortung, eine Nachfolgeregelung zu finden, die sowohl die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Betriebs berücksichtigt als auch die Bedeutung der Gastronomie für das Stadtzentrum. Für Betroffene – Beschäftigte wie Gläubiger – bleibt die Lage angespannt. Konkrete Zeitpläne zur Wiedereröffnung oder Details zu Bewerbungsverfahren für eine Neuvergabe wurden bislang nicht veröffentlicht. Die Stadt kündigte allerdings an, diesen Prozess zügig zu begleiten.
Die Schließung des Stadtbrauhofs ist nicht nur ein ökonomisches Problem, sondern auch ein stadtgesellschaftliches: Das Lokal war Teil der Sichtbarkeit und Belebung des Hauptplatzes. Ob und wie schnell die Lücke geschlossen werden kann, hängt nun von der Geschwindigkeit der Stadt sowie von Interessenten ab, die bereit sind, den Betrieb in dieser zentralen Lage fortzuführen.