Massiver Tierbestand aufgefallen: Polizei ermittelt
In einem Mastbetrieb im Bezirk Amstetten fanden Einsatzkräfte vor kurzem zahlreiche verendete Tiere. Laut Polizeiangaben wurden rund 400 verendete bzw. bereits verweste Schweine festgestellt; zusätzlich seien 88 lebende Tiere an umliegende Betriebe verteilt worden. Die Ermittlungen laufen weiter, nachdem die Auswertung von An- und Verkaufslisten einen Fehlbestand von etwa 1.000 Tieren ergab.
Behördliche Maßnahmen und Anzeige
Die Bezirkshauptmannschaft hat den Betrieb behördlich geschlossen. Gegen den Betreiber, der den Hof offenbar allein geführt hat, wurde eine Anzeige wegen Tierquälerei erstattet; zugleich werden weitere Konsequenzen, etwa ein mögliches Tierhalteverbot, geprüft. Nach Auskunft der Polizei dürfte der Landwirt sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden und mit der Tierhaltung überfordert gewesen sein.
Was bislang bekannt ist
- Entdeckung aufgrund von Geruchsbelästigungen: Nachbarn hatten sich am 24. Juli über Verwesungsgeruch beschwert.
- Bei der Amtstierärztin und der Polizei konnten die toten und lebenden Tiere dokumentiert werden.
- 88 überlebende Schweine wurden auf andere Betriebe verteilt.
- Die Ermittler prüfen auch den Verbleib der gemäß Aufzeichnungen fehlenden Tiere.
„Die Auswertung der An- und Verkaufslisten des Betriebes habe einen ‚Fehlbestand von etwa 1.000 Tieren‘ ergeben“, sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager.
Ungeklärte Fragen und mögliche Ursachen
Die Ermittlungen beschäftigen sich derzeit nicht nur mit dem aktuellen Zustand des Bestands, sondern auch mit der Frage, wie es zu einem derart großen Fehlbestand kommen konnte. In dem Betrieb gefundene Knochen legen nahe, dass Kannibalismus unter den Tieren nicht ausgeschlossen werden kann. Ob und in welchem Umfang hierfür strafrechtlich relevante Handlungen Dritter oder Unterlassungen des Betreibers ursächlich sind, ist Gegenstand der Ermittlungen.
Konsequenzen für Nachbarn und Tiergesundheit
Für Anwohnerinnen und Anwohner bedeutete der Vorfall bereits eine Belastung durch Geruchsbelästigung. Behörden prüfen nun, ob durch die verendeten Tiere Gesundheitsrisiken für Menschen oder andere Nutztiere entstanden sind und ob weitere sanitäre Maßnahmen erforderlich sind. Bewohner in der näheren Umgebung werden gebeten, Hinweise an die Ermittlungsbehörden zu melden, falls sie relevante Beobachtungen gemacht haben.
Übersicht der bislang bestätigten Zahlen
| Kategorie | Anzahl |
|---|---|
| Verendete bzw. verweste Schweine | ca. 400 |
| Lebende, gerettete Schweine | 88 |
| Ermittelter Fehlbestand | ~1.000 |
Die Polizei und die zuständigen Veterinärbehörden setzen ihre Ermittlungen fort. Für die Bevölkerung im Bezirk Amstetten bleibt der Fall ein Zeichen dafür, wie schwerwiegend Missstände in der Tierhaltung für Nachbarschaft, Gesundheit und das Image der regionalen Landwirtschaft sein können.