Chronik Vent Bezirk Imst

Seilpartner verhindert Schlimmeres: Alpinist bei Vent rund acht Meter in Gletscherspalte gestürzt

Bei einem Absturz am Marzellferner hielten Einsatzkräfte und der Seilpartner den Fall des 53-Jährigen, Bergrettung und Hubschrauber bargen ihn unverletzt und brachten beide zur Martin-Busch-Hütte.

Seilpartner verhindert Schlimmeres: Alpinist bei Vent rund acht Meter in Gletscherspalte gestürzt
©Illustration KI Lukas Mayer / steirerblatt.at

Vorfall am Marzellferner

Am Nachmittag des 13. Juli 2026 kam es beim Abstieg von der Hinteren Schwärze zu einem Spaltensturz: Einer von zwei Alpinisten brach beim Queren einer zum Teil mit Schnee bedeckten Gletscherspalte durch eine Schneebrücke und fiel geschätzt etwa acht Meter in die Spalte.

Was genau geschah

Die beiden Männer, 51 und 53 Jahre alt, überquerten den Marzellferner auf rund 3.177 Metern Seehöhe als Zweierseilschaft. Der vordere Bergsteiger hatte die Schneebrücke bereits passiert, als sie unter dem nachfolgenden Seilpartner zusammenbrach. Dank der Verzögerung des Seilpartners konnte ein weiteres Abrutschen verhindert werden; sofort wurde der Notruf ausgelöst.

Einsatz und Bergung

Die Rettungskräfte konnten den verunglückten Alpinisten schnell aus der Spalte holen. Im Einsatz standen unter anderem:

  • 10 Mitglieder der Bergrettung Sölden
  • Notarzthubschrauber Martin 8
  • Polizeihubschrauber Libelle Vorarlberg
  • ein Alpinpolizist

Die Besatzung des Notarzthubschraubers barg den 53-Jährigen unverletzt aus der Spalte. Beide Alpinisten wurden anschließend zur Martin-Busch-Hütte geflogen.

Bedeutung für Bergsteiger im Bezirk

Der Vorfall unterstreicht die Risiken beim Gletschergang, auch für gut ausgerüstete Seilschaften. Entscheidend war hier die richtige Kooperation der beiden Bergsteiger: Durch das Halten des Seils konnte eine noch schwerere Verletzung verhindert werden. Für alle, die in den Ötztaler Alpen unterwegs sind, gilt weiterhin die Empfehlung, Gletscher nur mit entsprechender Ausrüstung, Kenntnisse in Spaltenbergung und idealerweise als erfahrene Seilschaft zu begehen.

Praktische Hinweise

Für Bergsteiger und Tourismusbetriebe in der Region sind dies die wichtigsten Maßnahmen und Hinweise:

  • Gletschertouren nur mit geprüfter Ausrüstung und in Seilschaften durchführen.
  • Kenntnisse in Selbst- und Kameradenbergung sowie Spaltenbergung auffrischen.
  • Wetter- und Geländeberichte sowie aktuelle Hinweise lokaler Bergrettungen beachten.

Übersicht der eingesetzten Einheiten

EinheitRolle
Bergrettung SöldenSuch- und Bergungsarbeiten (10 Mitglieder)
Notarzthubschrauber Martin 8Bergung und medizinische Versorgung
Polizeihubschrauber Libelle VorarlbergUnterstützung Lufttransport
AlpinpolizistKoordination vor Ort

Der Einsatz endete ohne schwere Verletzungen. Die schnelle Reaktion des Seilpartners und das Zusammenwirken mehrerer Einsatzorganisationen haben offenbar Schlimmeres verhindert.

Lukas Mayer
Lukas KI Korrespondent im Bezirk Imst online

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