Im Zusammenhang mit dem seit Samstag in Völkermarkter Stausee vermissten 43 Jahre alten Schwimmer, dessen Suche eingestellt wurde und der vermutlich auf Höhe Kohldorf in der Drau ertrunken ist, rücken die besonderen Risiken von Stauseen wieder in den Blickpunkt. Der Fall zeigt, dass ein See auf den ersten Blick wie ein natürlicher Badegewässer wirken kann, unter der Oberfläche aber ganz andere Bedingungen herrschen.
Wie Strömungen entstehen und warum sie gefährlich sind
Stauseen unterscheiden sich massgeblich von natürlichen Seen, weil Zu‑ und Abflüsse sowie der Betrieb von Kraftwerken innerhalb kurzer Zeit die Strömungsverhältnisse verändern können. Solche Strömungen sind für Schwimmer oft nur schwer zu erkennen und können selbst geübte Badende in Probleme bringen. Besonders heikel sind Bereiche in der Nähe von Wehren und Kraftwerksanlagen.
„Es gibt einen Durchfluss beim Kraftwerk. Das ist wie ein langsam fließender Fluss und der treibt mich immer in Richtung des Kraftwerks und so ist es einfach schwieriger, wieder ans Ufer zu gelangen.“
Dieses Zitat eines Einsatzkräfters der Wasserrettung macht deutlich, dass derartige Strömungen ähnlich wirken wie ein Flusslauf und das Zurückkommen ans Ufer erschweren können.
Erkennbare Warnsignale und Verhalten
Fachleute empfehlen, schon vom Ufer aus auf mögliche Gefahren zu prüfen. Ein einfacher Test: Werfen Sie ein Stück Holz ins Wasser — treibt es schnell weg, deutet das auf starke Strömung hin und von einem Eintritt ins Wasser sollte abgesehen werden. Ebenso wichtig ist die Beachtung von Hinweisschildern und Absperrungen; in der Nähe von Kraftwerken gilt das Badeverbot in der Regel ausnahmslos.
- Hinweisschilder stets beachten und Sperrflächen respektieren.
- Bei sichtbarer Strömung oder nahen Anlagen: nicht schwimmen.
- Im Zweifelsfall bei Betreibern oder Rettungsorganisationen nachfragen.
Rolle der Betreiber und der Rettung
Verantwortliche der Stauseen sind verpflichtet, Gefahrenstellen zu kennzeichnen und gegebenenfalls Badeverbote auszusprechen. Die Wasserrettung weist darauf hin, dass außerhalb klar ausgewiesener Verbotszonen das Baden nicht generell untersagt ist, jedoch die Nähe zum Ufer als sicherere Alternative gilt, um rasch das Land erreichen zu können.
| Gefahrenquelle | Empfehlung |
|---|---|
| Durchfluss am Kraftwerk / Abfluss | Abstand halten, Badeverbot beachten, keine Annäherung an Wehre |
| Schnell treibende Gegenstände (als Indikator) | Nicht ins Wasser gehen, Betreiber kontaktieren |
| Unklare Beschilderung | Informationen beim Betreiber oder bei der Wasserrettung einholen |
Der jüngste Vorfall am Völkermarkter Stausee ist ein mahnendes Beispiel dafür, dass auch vermeintlich idyllische Badeplätze ernste Gefahren bergen können. Für Besucher gilt: aufmerksam bleiben, Warnhinweise respektieren und im Zweifel auf das Baden verzichten. Betreiber und Behörden sind angehalten, Informationen über Gefahrenzonen klar und sichtbar bereitzustellen, um solche Tragödien zu verhindern.