Lokales Pilotprojekt nutzt gebrauchtes Batteriepotenzial
Im Autohaus Figl in Neulengbach sind zwei aus Elektrofahrzeugen stammende Batterien künftig als stationäre Energiespeicher im Einsatz. Die Module speichern Solarstrom von der Dach-Photovoltaikanlage und geben ihn bei Bedarf ab, wenn keine direkte Sonneneinstrahlung zur Verfügung steht. Ziel ist es, den Eigenverbrauch des erzeugten Stroms zu erhöhen und die Effizienz der Anlage zu verbessern.
Technik, Herkunft und Prüfstandard
Geliefert und installiert wurde das Speichersystem vom niederösterreichischen Unternehmen IonCycle aus Judenau, das sich auf Reparatur und Wiederaufbereitung von Lithium-Ionen-Batterien spezialisiert hat. Verwendet werden ausschließlich geprüfte Batterien aus Elektrofahrzeugen mit noch hoher Restkapazität.
- Restkapazität der eingesetzten Batterien: 85–95 %
- Kostenvorteil gegenüber neuen Speichersystemen: rund 30 %
- Reduktion der CO₂-Emissionen gegenüber Neuprodukten: etwa 80 %
„Für den IonCycle-Solarspeicher kommen geprüfte E‑Auto‑Batterien mit einer Restkapazität von 85 bis 95 Prozent zum Einsatz. Dadurch entstehen rund 30 Prozent geringere Kosten und etwa 80 Prozent weniger CO₂-Emissionen als bei einem vergleichbaren neuen Batteriespeicher“,
erläutert IonCycle‑Geschäftsführer Peter Lengauer. Auch Markus Figl, Geschäftsführer des Autohauses, betont den Nutzen für den Betrieb: Die gespeicherte Energie kann abends und nachts genutzt werden und macht den selbst erzeugten Strom effizienter verwertbar.
Bedeutung für Neulengbach und die Region
Für Bürgerinnen und Bürger sowie Betriebe im Bezirk Sankt Pölten‑Land zeigt das Projekt zwei relevante Aspekte auf: Erstens, dass gebrauchte E‑Auto‑Batterien technisch noch erhebliches Potenzial für stationäre Anwendungen besitzen; zweitens, dass solche Lösungen kurzfristig Kosten- und Klimavorteile bringen können. Gerade für Handwerksbetriebe, landwirtschaftliche Betriebe oder gemeindeeigene Einrichtungen könnte die Nachnutzung von Batterien eine wirtschaftliche Option darstellen, wenn die lokalen Rahmenbedingungen dies zulassen.
Gleichzeitig wirft die Umsetzung praxisnahe Fragen auf: Wie lässt sich die Überprüfung und Zertifizierung gebrauchter Batterien standardisieren? Welche Förder- oder Genehmigungswege sind für die Installation solcher Speicher notwendig? Die Erfahrungen aus Neulengbach können hier als lokales Modell dienen und sind relevant für Kommunalpolitik und Energieversorgungsplanungen im Bezirk.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Restkapazität der Batterien | 85–95 % |
| Kosteneinsparung gegenüber Neuware | ~30 % |
| CO₂‑Reduktion gegenüber Neuware | ~80 % |
Das Projekt in Neulengbach ist ein Beispiel für pragmatische Kreislaufnutzung in der Energiewende: Anstatt Batterien frühzeitig zu entsorgen, werden sie dort eingesetzt, wo Restkapazität noch wirtschaftlich sinnvoll nutzbar ist. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das potenziell günstigere Speicherlösungen; für die Region kann es Impulse für weitere dezentrale Energiekonzepte geben.