Hintergrund: Unfallhäufungsstelle an der Unterführung
Die Kreuzung vor der Unterführung in Richtung Stadtauswärts bei der S33-Auffahrt in Herzogenburg zählt seit Jahren zu den kritischen Verkehrspunkten. Die Bezirkshauptmannschaft St. Pölten hat den Abschnitt offiziell als Unfallhäufungsstelle eingestuft. Damit liegt die Voraussetzung für zusätzliche Maßnahmen vor: innerhalb von drei Jahren kam es in einem Straßenabschnitt von bis zu 250 Metern zu mindestens drei gleichartigen Unfällen mit Personenschaden, so Maximilian Kargl von der BH.
Technik und Zweck der neuen Anlage
Als Reaktion testet die Stadtgemeinde seit einigen Wochen eine neue Fahrradampel an der Unterführung. Die Anlage wurde von der AVS Verkehrssicherung GmbH gemeinsam mit der Firma Simark installiert; als Ansprechpartner werden Michael Ludwig (AVS) und Bauleiter Jürgen Hinterleitner genannt. Ziel ist es, den Fuß‑ und Radverkehr an der Engstelle sicherer zu regeln und die Unterführung zu entlasten.
- Die Ampel ist mit einem Infrarot-Sensor ausgestattet, der zwischen Fußgängerinnen und Radfahrenden unterscheiden kann.
- Auf der stadteinwärts gelegenen Seite ist die Anlage dauerhaft auf Grün geschaltet, weil dort kaum Platz zum Warten ist.
- Die stadtauswärts gerichtete Seite zeigt grundsätzlich Rot; erkennt der Sensor einen wartenden Radfahrer, schaltet die Ampel innerhalb von maximal 42 Sekunden auf Grün.
"Sie besitzt einen Infrarot-Sensor, der Fußgänger von Radfahrenden unterscheiden kann, und somit nur auf die richtige Gruppe anspricht",
Die Idee dahinter ist, die Unterführung freizuhalten, bevor die Gegenrichtung freigibt. Die Maßnahme ist als Test angelegt; die Projektpartner betonen die moderne Sensorik als Kernfunktion.
Konsequenzen und offene Fragen für Herzogenburg
Für Pendlerinnen, Schulkinder und Alltagsradfahrende in Herzogenburg ergeben sich dadurch konkrete Folgen: Die Wartezeiten für Radfahrende in Fahrtrichtung stadtauswärts können variieren, weil die Grünphase steuerbar ist. Auf der anderen Seite soll das System unerwünschte Staus in der Unterführung vermeiden. Kritische Punkte bleiben aber bestehen: Wie reagiert die Anlage bei Gruppen von Radfahrenden? Wie verhält sie sich bei starkem Fußgängeraufkommen oder bei Fehlalarmen? Diese praktischen Erprobungen entscheiden über Akzeptanz und eine mögliche dauerhafte Einrichtung.
Wer ist zuständig — und wie geht es weiter?
Die Bezirkshauptmannschaft hat die Ausgangslage vorgegeben, die Stadtgemeinde testet nun technische Lösungen; ausführende Firmen sind AVS und Simark. Ein abschließendes Evaluationsdatum oder konkrete Messgrößen zur Erfolgskontrolle wurden in der vorliegenden Darstellung nicht genannt. Beobachtungen aus dem Testbetrieb sowie Rückmeldungen aus der Bevölkerung werden für die weitere Bewertung entscheidend sein.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Kennzeichnung | Unfallhäufungsstelle |
| Sensor | Infrarot, Fußgänger vs. Radfahrer |
| Maximale Schaltzeit | 42 Sekunden |
Die Testphase wird zeigen, ob die technische Lösung die Verkehrssicherheit in Herzogenburg tatsächlich erhöht oder ob nachgebessert werden muss. Für Anrainer und Verkehrsverwaltende bleibt die Beobachtung der Lage in den kommenden Wochen wichtig.